Gesamtschulneubau kostet gigantische 67 Mio. Euro

Platzen die Träume von einem Gesamtschulneubau wir die Ballons, die beim Start der neuen Gesamtschule am Brink am 20. August 2014 aufstiegen?
Platzen die Träume von einem Gesamtschulneubau wir die Ballons, die beim Start der neuen Gesamtschule am Brink am 20. August 2014 aufstiegen?
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
Verwaltung hat die verschiedenen Alternativen durchgerechnet. Eine neue Gesamtschule ist logischerweise die teuerste Variante. Fraktionen beraten nun.

Emmerich..  Die Verwaltung hat die Wirtschaftlichkeit mit einem vom NRW-Finanzministerium zur Verfügung gestellten Computerprogramm berechnet und jetzt die Karten auf den Tisch legen können. Die Mitglieder der Schulplanungskommission, die hinter verschlossenen Türen tagten, vernahmen das Ergebnis des Kostenchecks als Erste, für einige ein Schreck. Danach würde ein Gesamtschulneubau gigantische 67 Millionen Euro kosten, allerdings mit allem Zick und Zack, mit Grundstückserwerb, Zinsendienst auf 30 Jahre usw.

Eine Verteilung der Gesamtschule auf mehrere Altgebäude im Stadtgebiet käme immerhin auch noch auf 24 Millionen Euro. Denn auch bei diesem Bestands-Modell müsste die Stadt noch kräftig in die Erweiterung investieren. So müssten etwa zwei neue Mensen gebaut werden.

Favorit Altbauvariante

Bei einem Tausch der Gebäude Gymnasium an der Hansastraße und Gesamtschule, wie es die Grünen vorgeschlagen hatten, läge die Investitionssumme irgendwo dazwischen. Die Verwaltung favorisiert offenbar eine Lösung aus dem Altbestand. Dabei würde die Gesamtschule auf drei Standorte verteilt. Die Oberstufe käme in den Brink, die Klassen 5, 6, 7 und 8 zögen in die Realschule und die Klassen 9 und 10 in die Europaschule, Real- und Hauptschule laufen sukzessive aus. Vorteil: große Klassenräume. Bei einem Neubau wären sie kleiner wegen neuer Vorschriften. Die neue Gesamtschule war im August 2014 mit den Eingangsklassen im Brinkgebäude an den Start gegangen.

Eigentlich sollte sich der Schulausschuss schon am Mittwoch, 27. Mai, mit der Schulraumplanung für die Sekundarstufe I und II befassen und einen Beschlussvorschlag formulieren. Doch die Fraktionen haben erst noch Beratungsbedarf angemeldet. Und da sie wegen der Pfingstfeiertage am Montag nicht tagen, dauert alles länger. Nach den internen Beratungen soll das Schulthema zunächst erneut in die Schulplanungskommission, ehe der Fachausschuss dann im August 2015 sein Votum abgibt.

Aus der CDU hat es kritische Stimmen zu einem Neubau gegeben. Vize-Bürgermeister Ulrich wies auf finanzielle Risiken hin, auch Fraktionschef Gertsen machte keinen Hehl aus seiner Meinung, dass sich die Stadt einen Neubau nicht erlauben könne. Die Gesamtschule war gegen den erbitterten Widerstand der CDU im Rat beschlossen worden.

Im linken Spektrum finden sich mehr Neubau-Sympathisanten. Ob die sich von den 67 Mio. abschrecken lassen, steht dahin.

Die Vergleichsberechnungen ließen auf sich warten, weil sich die Auslieferung des speziellen Computerprogramms durch das Land um mehrere Monate verzögerte. Deshalb konnte die Verwaltung auch erst im April richtig loslegen.