Geringeres Tempo ist das A und O

Beim Verkehrssicherheitstag demonstrierten Feuerwehrleute, wie schwer ihre Arbeit sein kann.
Beim Verkehrssicherheitstag demonstrierten Feuerwehrleute, wie schwer ihre Arbeit sein kann.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Verkehrssicherheitstag „Runter vom Gas“ machte Station in Emmerich. Vom Gurtschlitten bis zum Autoaufschneiden wurde alles geboten,

Emmerich..  Andrea Schaffeld dachte sich, was ist denn da los. Bei so vielen Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen an Hottomannsdeich und Kaßstraße, die sich dort am Samstagmorgen befanden, muss wohl etwas passiert sein. „Gut, dass es die Verkehrswacht ist“, so die Emmericherin, als sie näher kam.

Zum sechsten Mal organisierte der Kreis Klever Verein, diesmal in der Rheinstadt, den Verkehrssicherheitstag. Eine bundesweite Aktion, die auf das wichtige Verhalten im Straßenverkehr hinweisen und die Schwachstellen jedes einzelnen aufzeigen möchte. „Wir wollen die Hemmschwelle nehmen. Und heute alle zum aktiven Mitmachen auffordern“, erklärte Max Puttkammer von der Verkehrswacht Kreis Kleve.

Lange ließ sich Wim Abbing nicht überreden und nahm auf dem etwa zwei Meter hohen Sitz des Gurtschlitten Platz. Ein lauter Knall ertönte und Abbing spürte den gerade einmal bei zehn Stundenkilometer starken Aufprall. „Sie sehen, wie wichtig es ist, sich anzuschnallen“, erklärte Achim Woitek von der Verkehrswacht Wesel, die die Klever Kollegen unterstützte.

„Das ist schon heftig“, wusste Wim Abbing. „Hiermit wollen wir auf beeindruckende Art und Weise einmal mehr zeigen, wie man den Aufprall bei geringer Geschwindigkeit erlebt“, so Peter Baumgarten, Vorsitzender der Verkehrswacht Kreis Kleve. Stefan Eerden, Verkehrskadetten-Chef, hingegen machte sogar die Augen zu, als es gen gepflasterte Fläche der Kaßstraße ging.

Auch er war zunächst wie alle anderen geschockt nach dem Aufprall. Für Arnolda Kuipers war es nicht das einzige aktive Mitmachen. Schnell hatte Jörg Tinnemeyer vom Löschzug Emmerich Stadt die Dame fürs Aufschneiden des roten Corsa gewonnen.

Komplett in Feuerwehrmontur mit Helm und Schutzbrille wurde die Niederländerin am „Schrottauto“ aktiv. „Wir wollen damit einmal mehr zeigen, wie schwierig es ist und wo man alles drauf achten muss“, so der Feuerwehrmann. Dabei sei eines immer entscheidend: „Die Rettungskarte muss am richtigen Platz sein.“

Und der läge hinter der Sonnenblende an der Beifahrerseite. „Damit haben wir die Möglichkeit genau festzustellen, wo man das Fahrzeug aufschneiden kann.“ Während der „gespielte“ Einsatz mit Einsatzkräften von Wehr und Rettungsdienst und der Bergung einer verletzten Person noch in vollem Gange war, bot im Inneren des Rhein-Centers die Firma Pleines einen Hörtest an.

Ein Stückchen weiter zog der Motorradsimulator viele der Passanten in seinen Bann. „Das Programm kann auch mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer umgehen“, erläuterte Falk Neutzer. Während der Vize-Vorsitzende der Verkehrswacht noch erklärte, raste die junge Dame am Steuer des Simulators und wurde just in einer Kurve von einem von der Gegenspur kommenden Pkw mitgenommen.

Ganz begeistert mit großen Augen ging die fünfjährige Mia mit ihren Eltern an Ständen und Mitmach-Flächen vorbei. Ihr hatte es der bunte Button „Schlaue Köpfe tragen Helm“ angetan, den sie mit geschwellter Brust Mama und Papa zeigte.

Auch ein Beitrag für mehr Sicherheit im Verkehr.