Generationenwechsel in Emmericher Apotheke

Elisabeth Baumann und ihre Tochter Patricia Schickers in der Rathaus-Apotheke in Emmerich am Geistmark.
Elisabeth Baumann und ihre Tochter Patricia Schickers in der Rathaus-Apotheke in Emmerich am Geistmark.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit 39 Jahren gibt es die Rathaus-Apotheke. Anfang des Jahres hat Patricia Schnickers (34) das Geschäft von ihrer Mutter Elisabeth Baumann übernommen. Gemeinsam haben sie schon einen Umbau gemeistert.

Emmerich..  Sie weiß es. Das gibt Elisabeth Baumann unumwunden zu: „Ich hab’ großes Glück gehabt!“ Und blickt dabei dankbar ihre Tochter Patricia an. Die 34-jährige Emmericherin ist in die Apothekerinnen-Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Und führt seit Anfang des Jahres die Geschicke der Rathaus-Apotheke am Geistmarkt. Das ist nicht selbstverständlich. „Ich kenne leider Kollegen, die finden nicht so schnell einen Nachfolger“, erklärt Elisabeth Baumann.

Sie hat immerhin bereits 39 Jahre dafür gesorgt, dass Emmericher mit passenden Medikamenten und allem sonstigen Nützlichen rund um das Thema Gesundheit versorgt werden. Auch wenn Elisabeth Baumann das Rentenalter von 65 Jahren erreicht hat – zwei oder drei Jahre will sie noch weiterhin den Kunden treu bleiben. Und natürlich Tochter Patricia unterstützen.

Neue Leitung, neuer Stil

Dass sie gemeinsam ein tolles Team bilden, haben die beiden Frauen auch schon bewiesen. Denn passend zum Generationenwechsel hat sich die Apotheke auch baulich und optisch verjüngt. Drei Monate wurde während des laufenden Betriebes umgebaut. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Alles ist ein wenig heller und geräumiger. Und vor allem: „Nun endlich für alle – sei es die Mutter mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollatoren – barrierefrei“, freut sich Schnickers, die vor allem die Inneneinrichtung der Räume übernommen hat. Bevor ihre Mutter in diesen 1976 ihre erste eigene Apotheke eröffnete, war in dem Gebäude übrigens ein Gasthaus untergebracht.

Schnickers als auch Baumann haben beide Pharmazie studiert. In die Forschung oder ins Labor zog es keine. Lieber sind sie nah am Kunden und beraten. Mit den Jahren sei der Beruf noch schöner geworden, weiß Baumann. „Früher war man als Apotheker sehr daran gebunden, was Ärzte verschrieben haben und hat einfach nur die Medikamente herausgegeben“, so die 65-Jährige. Heute gebe es mehr Beratung in einer Apotheke. Oder auch Spezialisierungen. So ist etwa Patricia Schnickers Fachfrau in Sachen Medikation. Sprich: Sie weiß genau, welche Medikamente zusammen eingenommen werden dürfen und welche nicht, damit es nicht zu unschönen Nebenwirkungen kommt.

Seitdem sie 1976 ihre eigene Apotheke eröffnet hat, habe sich noch etwas verändert. Die Nachfrage der Kunden, so Baumann. Das Thema Gesundheit und Vorsorge, aber auch Wellness ist immer mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt – und damit auch thematisch in den Räumen der Emmericher Apotheke am Geistmarkt zu finden.

Insgesamt acht Frauen sind – inklusive Elisabeth Baumann und Patricia Schnickers – in der Apotheke beschäftigt. Darunter auch Baumanns zweite Tochter Christina. Diese hilft während ihres Studiums im Büro oder macht Botengänge.

Salben aus eigener Herstellung

Übrigens: Was vielleicht kaum noch einer glauben mag, ist, dass die Apothekerinnen auch tatsächlich noch im Labor stehen. „Eine Mitarbeiterin ist sicher einen halben Tag dort beschäftigt“, weiß Baumann. Vor allem Salben werden hier fachgerecht und abgestimmt für die Kunden zusammengerührt.