Gemeinsame Bewerbung: Emmerich hofft auf Euregionale 2022

Die Logistik ist in Emmerich ein Schwerpunkt. Besonders dieser Sektor könnte von der Ausrichtung einer Regionale, die hier als Euregionale laufen könnte, profitieren.
Die Logistik ist in Emmerich ein Schwerpunkt. Besonders dieser Sektor könnte von der Ausrichtung einer Regionale, die hier als Euregionale laufen könnte, profitieren.
Foto: Dirk Schuster
Was wir bereits wissen
  • Die Bewerbung kostet Emmerich nichts – einzelne Projekte müsste der Rat billigen
  • Bürgermeister Peter Hinze ist von den Erfolgen der Regionalen Westmünsterland 2016 angetan
  • Innovative Projekte zur Raum-, Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung könnten umgesetzt werden

Emmerich..  Die Stadt Emmerich will sich gemeinsam mit dem Kreis Kleve, anderen Kommunen im Kreis sowie weiteren Kommunen in der Region um die „Ausrichtung“ der Regionale 2022 bewerben. Wobei Ausrichtung irreführend klingt, denn es handelt sich um ein Strukturförderprogramm des Landes NRW. „Als Teil des Gebietes der Regionale 2022 würde die Stadt Emmerich prioritären Zugang zu den NRW-Fördertöpfen bekommen“, schildert Stadtsprecher Tim Terhorst. Deshalb begrüße die Stadt die Initiative der Stadt Duisburg und der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer. Der Haupt- und Finanzausschuss bekommt das Thema in der Sitzung am Dienstag, 25. Oktober, 17 Uhr, im Rathaus zur Kenntnis vorgelegt.

Bürgermeister Peter Hinze habe sich vor Ort die Auswirkungen der Regionale Westmünsterland 2016 angesehen und sei von den Ergebnissen angetan, berichtet Terhorst weiter. Die Spannbreite der Maßnahmen reicht von Kultur über Energie bis Raumentwicklung oder Mobilität. „Das ist attraktiv für Emmerich. Als Grenzkommune ist es schön, dass die Regionale eigentlich als Euregionale zu sehen ist“, so Terhorst.

Infrastruktur fördern

Welchen Nutzen hat Emmerich von einer Euregionalen noch? Auch bereits bestehende Kooperationen und Initiativen können vom bevorzugten Zugang zu den Fördertöpfen profitieren. Infrastrukturthemen sollen den Schwerpunkt der kommenden Regionale bilden, was dem Niederrhein als Logistikstandort von europäischer Bedeutung zugute käme. Eine gemeinsame Bewerbung mit niederländischen Partnern stärkt den europäischen Gedanken, macht diesen erlebbarer – gerade in Zeiten eines sich verstärkenden Nationalismus’. Innovative Projekte zur Raum-, Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung können angestoßen und umgesetzt werden. Die Region verspricht sich von den Aktivitäten eine besondere Stärkung des Wirtschafts-, Wohn- und Tourismusstandortes sowie die Intensivierung bürgerschaftlichen und unternehmerischen Engagements.

Die Bewerbungskosten von etwa 50.000 Euro kommen zur Hälfte von der Euregio Rhein-Waal. Die regionale Kofinanzierung wird durch die Stadt Duisburg, die Kreise Wesel und Kleve, die Provinz Gelderland sowie die Niederrheinische IHK aufgebracht. Die Stadt Emmerich muss die Bewerbung selbst nicht mitfinanzieren. Bei der Ausrichtung entstehen insbesondere Personal- und Sachkosten bei der Einrichtung einer sogenannten Regionalagentur, die den gesamten Prozess organisiert und begleitet. Diese belaufen sich auf 500.000 bis 800.000 Euro jährlich und werden vom Land NRW zwischen 70 und 90 Prozent gefördert, so dass maximal 6500 Euro pro Kommune jährlich aufzuwenden sind, wahrscheinlich noch weniger. Ferner entstehen Kosten durch die einzelnen Maßnahmen in den Kommunen. Die Städte müssen die Eigenanteile je nach Förderkulisse tragen. Hierzu sind jeweils gesonderte Ratsbeschlüsse einzuholen.

Drängende Herausforderungen

Das Land NRW gibt seit dem Jahr 2000 alle zwei bis drei Jahre einer Region die Gelegenheit, Lösungen für drängende Herausforderungen – etwa Urbanisierung, demografischer Wandel oder Wettbewerbsfähigkeit – zu erarbeiten. Bis zum 9. Dezember läuft die Bewerbungsfrist für die Regionale 2022 und 2025.

Das derzeitige Investitionsvolumen der Regionalen Westmünsterland 2016 beträgt zum Vergleich ca. 144 Mio. €.