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Gasbohren sorgt für Diskussion

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Emmerich. Das Thema Fracking ist ein heißes Eisen. Während in den USA beispielsweise mit dem umstrittenen Pressverfahren durch Chemikalien riesige Mengen schlummerndes Erdöl aus Schiefergestein an die Erdoberfläche gedrückt wird, laufen Umweltschützer Sturm. Und nicht nur die. Das Verfahren könnte unter anderem das Grundwasser verschmutzen und durch aufsteigende Gase die Luft verunreinigen.

Grund genug für die Katholische Arbeiter-Bewegung Nikolaus Groß, gleich zu Beginn des Jahres das heiße Eisen zur Diskussion zu stellen. Michael Körner von der Interessengemeinschaft Rees gegen das Gasbohren referierte zum Thema. Unter den 20 Zuhörern im Treffpunkt Heilig-Geist entwickelte sich unter Moderation des KAB-Unterbezirksvorsitzenden Johannes Looman eine durchaus rege Gesprächsrunde.

„Unser Verein setzt sich für den Umweltschutz ein. Mit einigen Petitionen und Unterschriftenaktionen gehen wir momentan gegen das noch umstrittene Thema vor. Und hoffen so, dass bald die meisten Menschen unsere Ansicht teilen“, hob Referent Michael Körner hervor. Durch konventionellen und unkonventionellen Bohrungen – bei letzteren werden im Gestein künstliche Risse erzeugt, weil die gesuchte Flüssigkeit nicht allein durchs Pressen an die Oberfläche gelangt – können Gase, Chemikalien und Flüssigkeiten aufsteigen. Die wiederum die Umwelt, das Trinkwasser und die Luft verschmutzen können.

Auch die massive Veränderung der Landschaft durch das Verfahren ist ein Kritikpunkt. Man benötigt pro Bohrplatz zwei bis sieben Hektar Land. Darüber hinaus werden über 1000 Lkw für den Transport benötigt, 60 bis 100 Tonnen Chemikalien pro Frack, dazu sechs bis 20 Millionen Liter Wasser und eine Menge Diesel. Fakten, bei denen sich alle Zuhörer einig waren, dass diese für den Niederrhein unzumutbar wären.

Umweltgeologe differenzierte

Der Umweltgeologe Jens-Uwe Pietzsch belebte die Diskussionsrunde, in dem er betonte, dass Fracking nicht gleich Fracking sei: „Man muss differenzieren über welche Art man spricht. Es gibt Bereiche, wo Fracking durchaus nicht schädlich ist.“ Deutschland wolle als Staat unabhängig sein, verfüge aber nicht über viele Rohstoffe. Ob Fracking eine Lösung ist, bleibt umstritten.

Carola Nabbefeld

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2015-01-24 00:11
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