Garage-Rock für Einsteiger

Haldern..  Für diejenigen, die nicht wissen, was Garage-Rock ist: Es ist eine sehr schrammelige, flotte Rockmusik mit oft mehrstimmigen Gesangsharmonien. Die Stimmung ist rotzig-dreckig. Hier geht’s nicht um liebevolle Details, sondern um ungeschliffenen, schnörkellosen, manchmal verzerrten Gitarrensound.

Soweit die Theorie. Wer in der Praxis Anschauungsmaterial suchte, der war am Mittwochabend in der Haldern Pop Bar genau richtig. Twin Peaks aus Chicago machen dem Genre alle Ehre. Die junge Band ist in ihrer Sturm- und Drangphase und droht vor Energie zu bersten. Rund 90 Gäste ließen sich mitreißen.

Was guten von schlechtem Garage-Rock unterscheidet, ist am Ende vielleicht doch ein Detail. Ist die Musik nur noch breiig, wird’s schnell langweilig. Gut, dass Twin Peaks trotz allem Geschrammel immer noch eine klare Struktur ihrer Lieder erkennen lassen. Das Quintett, das optisch ein bisschen wie aufgestylte Nerds wirkt, spielt die Instrumente handwerklich gekonnt, baut intelligente Tempiwechsel ein, lässt Gitarrensoli pointiert einfließen und kreiert schlussendlich schöne Melodien.

Der Gesang geht – auch das ist genretypisch – manchmal etwas unter. Drei Bandmitglieder übernehmen abwechselnd den Leadgesang, während die anderen in den Hintergrundgesang einstimmten. Die wohl markanteste Stimme, einer der Gitarristen, ist eine Mischung aus Mick Jagger von Rolling Stones und Howlin’ Pelle von den Hives.

Wird spannend sein zu sehen, wie sich die US-Jungs entwickeln, wenn Sturm und Drang nachlassen. Könnte noch mal einen Stilwechsel geben.