Fusion der Spitäler Emmerich, Kleve und Co. wird diskutiert

Das Klever Krankenhaus könnte bald mit Emmerich in einem Verbund gemeinsam vertreten sein.
Das Klever Krankenhaus könnte bald mit Emmerich in einem Verbund gemeinsam vertreten sein.
Foto: Kleve
Was wir bereits wissen
Pro Homine und die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft Kleve prüfen „Intensivierung der Zusammenarbeit und möglichen Zusammenschluss“.

Kreis Kleve/Kreis Wesel..  Es bestehe keine Not. Beiden Krankenhaus- und Altenheimverbünden gehe es gut. Dennoch teilen die Holding Pro Homine, zu der das Emmericher Willibrord-Spital gehört, sowie die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft Kleve mit, dass die Intensivierung der bestehenden Zusammenarbeit und ein möglicher Zusammenschluss geprüft würde. Es wurde eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht, Fragen darüber hinaus werden vorerst nicht beantwortet.

Wettbewerbsposition stärken

Der Grundgedanke sei es, die „Wettbewerbsposition katholischer Kliniken in den Kreisen Kleve und Wesel weiter zu stärken und die gesundheitliche Versorgung der regionalen Bevölkerung auf höchstem Niveau dauerhaft sicherzustellen“. Dazu wurde ein Kooperationsausschuss gebildet, der sich aus Aufsichtsratsmitgliedern beider Gesellschaften zusammensetzt. An den Gesprächen ist auch das Bistum Münster beteiligt, dem eine eigenständige, medizinisch hochkarätige und wirtschaftlich gesunde katholische Krankenhauslandschaft am nördlichen Niederrhein ein besonderes Anliegen sei. Ob es zur Fusion kommt, hänge vom Ergebnis weiterer Beratungen ab. Diese fänden auf Augenhöhe statt. Nach mehreren Gesprächen hinter verschlossenen Türen hat der Kooperationsausschuss am 24. Februar den Gesellschaftern und Gremien erste grundlegende Überlegungen mitgeteilt. Eingeladen hatte Norbert Kleyboldt, Generalvikar im Bistum.

Verbünde „wirtschaftlich gesund“

Es wird betont, dass beide Verbünde „wirtschaftlich gesund und gut aufgestellt“ seien. Ihre Angebote erfreuten sich breiter Akzeptanz in der Bevölkerung. Aus dieser Position der Stärke heraus wolle man rechtzeitig die Weichen für die Zukunft stellen.

Die Krankenhauslandschaft stehe „vor großen Herausforderungen (...) Aktuell ist das am Krankenhausplan Nordrhein-Westfalen für 2015 festzumachen“. Eine Bündelung der Kräfte würde die Schlagkraft der beiden Träger erhöhen. Gemeinsames Ziel sei es, die Gesundheitsangebote der Region auf höchstem Niveau zu sichern und am nördlichen Niederrhein ein breites Spektrum guter Medizin und Pflege vorzuhalten.

Damit verbunden ist die Herausforderung, qualifiziertes ärztliches und pflegerisches Fachpersonal zu gewinnen und im engen Austausch mit niedergelassenen Partnern die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.
Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft beschäftigt mehr als 2300 Mitarbeiter. Zum Verbund gehören das Kath. Karl-Leisner-Klinikum mit den vier Standorten St.-Antonius-Hospital Kleve (367 Betten), Wilhelm-Anton-Hospital Goch (223), Marienhospital Kevelaer (218) und St.-Nikolaus-Hospital Kalkar (96) sowie im Kath. Altenhilfe-Netzwerk am Niederrhein mehr als 20 Pflegeeinrichtungen und Wohnanlagen für Senioren mit 850 Plätzen. Ein Logistikzentrum, Präventions- und Reha-Zentren sowie Bildungseinrichtungen für Gesundheitsberufe und Altenpflege komplettieren das Gesundheits- und Pflegeangebot.
Pro Homine zählt 2700 Mitarbeiter. Unter ihrem Dach sind vereint: das Marien-Hospital Wesel (427 Betten) und das Willibrord-Spital Emmerich (293), neun Senioreneinrichtungen in Wesel, Emmerich, Rees und Voerde mit 680 Wohnplätzen, ein Gesundheitszentrum, ein Reha-Zentrum, ein Medizinisches Versorgungszentrum mit Praxen in Wesel und Xanten und eine ambulante kardiologische Reha.