Für Marten sind vier Rollen die angesagte Welt

Das Longboard bringt’s! Darauf fährt der zwölfjährige Emmericher Marten Kroker ab.
Das Longboard bringt’s! Darauf fährt der zwölfjährige Emmericher Marten Kroker ab.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Worauf fahren Kinder und Jugendliche heutzutage ab. Der zwölfjährige Emmericher Marten Kroker führt seine Antwort gleich vor. Und zischt auf den vier Rollen seines Longboards auf und davon.

Emmerich..  Für ihn ist die Welt erst mit vier Rollen unter den Füßen komplett. Und das schon, seitdem er denken kann. Auch wenn das im Fall von Marten Kroker noch nicht allzu lange her ist. Immerhin: Zwölf Jahre ist der Emmericher jung und hegt eine besondere Leidenschaft. Marten mag’s, wenn’s rollt. Momentan am liebsten in Form eines Longboards der Marke Apollo.

„Das habe ich vor einigen Wochen zu meinem Geburtstag bekommen“, erklärt der Gesamtschüler. Selbstredend, dass das kantige Brett aus Ahorn und Bambus mit den vier Rädern und dem dezenten Muster auf der Unterseite Martens ganzer Stolz ist. „Mit dem Board bin ich, wenn ich nicht gerade zum Training muss, fast täglich unterwegs.“

Bei Regen rostet das Kugellager

Bei gutem Wetter, versteht sich. Denn so ein Longboard mag kein Wasser. „Das lässt nur die Kugellager rosten und kann dazu führen, dass die Rollen irgendwann wegbrechen“, weiß der Zwölfjährige.

Marten ist Experte, wenn es um Inline Skates, Skateboards und Longboards geht. Jene Fortbewegungsmittel, auf die die Jugend abfährt. Erst war es bei Marten das Kettcar, dann ein Roller. „Dann habe ich vor über drei Jahren andere Kinder mit Skateboards gesehen und wollte auch eines haben.“

Gewünscht, erfüllt! Marten Kroker ist seitdem ständig auf den rollenden Brettern unterwegs. Wobei ihm das Longboard, das momentan bei der Jugend im Trend liegt, am liebsten ist. „Mit dem Skateboard kann man viele Tricks machen. Das geht mit dem längeren Longboard nicht.“ Dennoch ist das längere Brett ihm viel lieber. Denn es hat einen Vorteil. „Man kann lange Strecken schnell damit fahren.“

Marten und seine Freunde haben einige Lieblingspisten. Die Innenstadt und die Promenade. Warum? „Dort ist der Untergrund besonders glatt. Dementsprechend kann man schneller fahren.“ Sicherlich könnte sich der Zwölfjährige dort auch mit dem Fahrrad bewegen. Marten winkt locker ab. „Longboard fahren ist schon cooler. Ein Fahrrad hat jeder.“ Stimmt. Letzteres nutzt Marten nur für den Schulweg.

Auch die Freunde sind im Longboard-Fieber. Kräftig tauscht man sich aus. Zum Beispiel darüber, wie man es schafft, dass sich die Räder ein bisschen schneller drehen oder die Achse ein bisschen lockerer wird. Woher das Wissen stammt? „Von Youtube“, sagt Marten.

Auf dem Internet-Videoportal ist vor allem Simon Unge der Star der Longboard-Szene, der mit Freunden 1400 Kilometer durch Deutschland mit dem Longboard düste. Immerhin: So ein Longboard ist eine Investition. Ab 100 Euro aufwärts kostet das trendige Teil.

Doch warum fährt Marten Kroker so auf Rollen ab? „Weil ich mich damit fortbewegen kann, ohne dass ich mich groß anstrengen muss“, scherzt er. Kann er auch: Denn richtig Strecke machen muss er, wenn er vom Board steigt und auf dem Platz beim SV Vrasselt Fußball spielt.

Übrigens:

Das Fahren auf einem Brett fand seinen Ursprung auf dem Wasser. Surfer entwickelten Boards mit Rollen, um ihr Hobby auf den Asphalt bringen. Bereits in den 60er-Jahren schufen sie das so genannte Longboard – zu Deutsch „Langbrett“. 90 und 150 Zentimeter lang können diese sein. Oder auch mal 210 Zentimeter messen.


Aus dem Longboard der 60er-Jahre entwickelte sich schnell das wendigere Skateboard, das vor allem in den 70er- und 80er-Jahren an Fahrt aufnahm. Doch: Seit einiger Zeit hat das Skateboard wieder ausgedient. Das Longboard erlebt eine Renaissance. Das lange Brett ist wieder zu einer angesagten Freizeitbeschäftigung geworden. Vor allem bei jenen, die gern damit entspannt durch die Gegen rollen wollen.