Für fürstliche Grenzgänger

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Was wir bereits wissen
NRZ-Wanderserie: Von der Wasserburg Anholt führt eine Tour vorbei an der Schweiz, dem Alten Stadtturm und der Gruftkapelle. Issel und Bocholter Aa werden überquert.

Am ersten Weihnachtstag des Jahres 1828 wird Felix zu Salm-Salm auf der Wasserburg Anholt geboren. Der Adelsspross entwickelt sich in seinem Leben zu einem echten Weltenbummler. Er dient beim preußischen, österreichischen, us-amerikanischen und mexikanischen Militär als Offizier. Solche Entfernungen müssen heutzutage Wanderfreunde nicht auf sich nehmen, die zu einer Tour ab der Wasserburg starten.

Welchen Einfluss die fürstliche Familie auf Anholt besaß und besitzt, wird auch auf dem weiteren Streckenverlauf deutlich. Denn vom Schloss geht es weiter über die Pferdehorster Straße. Dort befindet sich der Eingang zur Anholter Schweiz. Der heutige Biotopwildpark wird 1892 von Leopold zu Salm-Salm in Auftrag gegeben. Durch Eindrücke seiner Hochzeitsreise lässt der Fürst den Park nach dem Vorbild des Vierwaldstätter Sees anlegen.

Dem Flusslauf folgen

Der Weg führt nach Isselburg. Gleichzeitig wird die historische Grenze von Westfalen zum Rheinland überquert. Vorbei am Rathaus und dem Stadtturm geht es auf dem Münsterdeich über die Issel. Danach führt die grobe Richtung gen Herzebocholt. Die Demmingbrücke ist dann die Überquerungsstation der Bocholter Aa.

Für den geneigten Wanderer ist der Flusslauf nun eine gute Richtschnur, um den Rückweg nach Anholt anzutreten. Wer zwischendurch eine Erfrischung braucht und seine Akkus aufladen möchte, hat dazu Gelegenheit an der Brüggenhütte, die direkt am Grenzübergang zu den Niederlanden liegt. Nach der Stärkung bleibt für etwa zwei weitere Kilometer die Bocholter Aa ein ständiger Begleiter. Danach geht es direkt an der Grenze weiter, ehe in der Regniet die Wanderung fortgesetzt wird.

Und hier kommt dann auch wieder die fürstliche Familie ins Spiel. Denn der Wanderweg führt direkt an der Gruftkapelle derer zu Salm-Salm vorbei. Während große Teile des Schlosses öffentlich zugänglich sind (Museum, Restaurant und Hotel), kann die aus dem 17. Jahrhundert stammende Gruftkapelle nur von außen betrachtet werden.

Der Anholter Ortskern bietet im weiteren Verlauf noch eine ganze Menge an Sehenswürdigkeiten wie die evangelische Friedenskirche und das historische Rathaus sowie die katholische St. Pankratius-Kirche, die seit dem Vorjahr ein neues Kreuz für den Hochaltar besitzt. Ein Geschenk von Fürst Carl Philipp zu Salm-Salm, der so eine alte Familientradition fortsetzt. Nach rund 16 Kilometern endet die Wanderung schließlich am Wohnsitz seiner Durchlaucht.