Frutarom investierte 5 Mio. Euro in Emmerich

Bei der Qualitätskontrolle, von links Human-Resources-Managerin Christiane Tück, Geschäftsführer Frans Struiwig und Marketingchef Patrick Schmidt.
Bei der Qualitätskontrolle, von links Human-Resources-Managerin Christiane Tück, Geschäftsführer Frans Struiwig und Marketingchef Patrick Schmidt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Neue Kühllager gebaut. Standort wurde gestärkt. Das Werk an der Reeser Straße hat eine langfristige Perspektive. 2013 rund 4 Millionen Euro Jahresüberschuss erwirtschaftet.

Emmerich..  Die Küche bei Frutarom steht unter Dampf. Rund 3500 Tonnen Rohwaren werden in den Kesseln an der Reeser Straße jedes Jahr verarbeitet. Vor allem frische Früchtchen. Also Äpfel, Himbeeren, Sauerkirschen, Ananas, Erdbeeren oder Aprikosen. Aber auch Gemüse und Gewürze.

Diese kreativen Zutaten werden dann unter den Bezeichnung „Food Systems“ an die milchverarbeitende Industrie und an die Backwaren- und Tiefkühllebensmittelkonzerne verkauft. Im In- und Ausland. Diese Kunden mischen die Frutarom-Zutaten dann beispielsweise unter ihr würziges Backwerk, in fruchtige Joghurts, in Quarks, Eissorten oder Chips und sorgen so für den richtigen Pfiff.

Sogar für eine Biersorte, die gerade hip war, hat man die Geschmacksgrundlage geliefert: einen herben Birne-Ingwer-Mix. „Unsere Kunden spielen gerne mit den Ingredienzien“, weiß Patrick M. Schmidt. Der 39-Jährige ist seit April Marketing-Direktor bei der Frutarom Germany GmbH in Emmerich. Ein Profi in der Lebensmittelbranche, der den umkämpften Markt genau kennt. Und auf dem hat sich der Standort Emmerich behauptet.

Ein starkes Signal dafür ist die investierte Summe von annähernd fünf Millionen Euro. „Dafür haben wir lange gekämpft“, sagt Human Resources-Managerin Christiane Tück. Sie hat 1991 noch unter der IFF-Flagge an der Reeser Straße angefangen, bis IFF das Werk 2004 für rund 30 Millionen Euro an den börsennotierten Global Player Frutarom mit Konzernsitz in Haifa verkaufte. Mit Hilfe der Investitionsspritze konnte ein neues Kühl- und Tiefkühllager gebaut werden. „Vorher haben wir extern gelagert“, so Schmidt.

Der Standort Emmerich scheint damit im Konzernverbund eine längerfristige Perspektive zu haben. Gut für die rund 70 Mitarbeiter (weltweit über 3000). Vor einigen Jahren stellte sich die Situation noch etwas anders dar. „Der Standort wird weiter aus- und aufgebaut“, sagt Schmidt heute. Das zeige sich auch daran, dass Geschäftsführer Frans Struiwig sein Büro von Stuttgart nach Emmerich verlegt habe.

2013 fuhr Frutarom einen Umsatz von knapp 21 Millionen Euro ein und schloss mit einem Jahresüberschuss von gut vier Millionen Euro ab. Für 2014 wird Ähnliches erwartet.

Das Thema Nachwuchs spielt eine große Rolle. „Wir bilden kontinuierlich Fachkräfte für Lebensmitteltechnik aus“, sagt Christiane Tück. Pro Jahr werden zwei neue Azubis eingestellt. Die müssen mitunter richtig schwer schleppen. Alle Azubis wurden bisher übernommen. Wer sich jetzt schon für 2016 bewerben möchte, sollte sich sputen und schon mal für ein Praktikum vorsprechen.