Frühschoppen zu Ehren von Hanns Dieter Hüsch

Der Promenadenfrühschoppen bot ein paar bewegende Stunden.
Der Promenadenfrühschoppen bot ein paar bewegende Stunden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Weggefährten erinnerten beim Promenadenfrühschoppen an Hanns Dieter Hüsch. Anlass war der 90. Geburtstag des Poeten und Kabarettisten.

Emmerich..  In diesen Tagen hätte Hanns Dieter Hüsch, der mit dem lieben Gott auf Du und Du war, seinen 90. Geburtstag feiern können. Doch auch fast 10 Jahre nach seinem Tod erinnert man sich – besonders am Niederrhein – an den großen Poeten unter den Kabarettisten, der besonders den Niederrhein und seine Menschen liebte. Nicht nur in seiner Geburtsstadt Moers, sondern auch in Emmerich fanden deshalb Veranstaltungen statt. In Emmerich lud Hein Dries-sen, der Maler und Weggefährte Hüschs, zu einem Promenadenfrühschoppen ein.

Bei sonnigem Wetter erinnerten sich viele Besucher, Freunde und Weggefährten musikalisch unterstützt von der Band „Charly und Freunde“ an ihn. In einer offenen Gesprächsrunde erfuhr man Details aus seinem Leben und seiner Art, den Menschen des Niederrheins zu charakterisieren.

Nach Grußworten von Michael Rozendaal, dem Leiter der Kulturbetriebe der Stadt, und Johannes Diks im Namen der Stadt berichteten mehrere Weggefährten Hüschs über ihre Erlebnisse mit ihm.

Martina Naumann-Linn, Leiterin der „Säule“, eines Kleinkunsttheaters in Duisburg, erzählte von Gesprächen mit Hüsch, in denen die Idee für einen niederrheinischen Kabarettpreis geboren wurde. 1999 wurde „Das schwarze Schaf“ zum ersten Male durchgeführt. Elfi Peters konnte sich noch gut an viele Theaterabende erinnern und stellte fest: „Private Themen konnte man bei Hüsch erst nach längerem Kennenlernen ansprechen.“ Und schmunzelte über Hüschs Vorliebe für Schwarzbrot, Rosinenbrot und Käse. Von seiner zweiten Frau übermittelte sie schließlich die besten Grüße. Ludger Heiming freute sich über einen Auftritt Hüschs in Dorsten nach einer langen Pause, die der Kabarettist nach Differenzen mit dem Publikum eingelegt hatte. „Es ist eine lange anhaltende Erinnerung an diese Begegnung!“ Bruno Schmitz, Kabarettist aus Kleve, schwärmte vom Poeten: „Er war für uns Vorbild und eine wichtige Figur mit Ermutigungen und Hilfen für den weiteren Künstlerweg!“ Maler Hein Driessen meinte: „Er hat mir die Menschen des Niederrheins ge-zeigt und ich habe die Landschaft gemalt.“

Zwei Kurzauftritte ergänzten die Rückblicke auf den großen Künstler. Stefan Verhasselt, selbst Niederrheinkabarettist und WDR-Moderator, erhielt viel Beifall für seine Ausführungen zur rheinischen Bohnensuppe und einer blumenreichen Umgestaltung der rheinischen Speisekarte. Er schloss mit der Bemerkung: „Wäre Holland nicht mehr, läge Emmerich am Meer!“

Jutta Koster stellte sich als Angela Merkel vor und vergaß, begleitet von ihrem Kontrabass, keine politischen Schnörkel. Unter Beifall des Publikums sang sie von Miss Germany’s next Sparmodell.

Charly und Freunde beendeten das Programm mit flotter Musik, die bis 14.30 Uhr die Gäste gut unterhielt. Ab 15 Uhr konzertierte dann das Blasorchester Praest weiter.