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Friedensdorf funkt auch in Emmerich SOS

07.03.2016 | 20:00 Uhr
Friedensdorf funkt auch in Emmerich SOS
Die Altkleider-Sammlung ist in Emmerich neu geregelt.Foto: Volker Herold

Emmerich.   Altkleidercontainer dürfen nicht mehr auf öffentlichen Flächen aufgestellt werden. Eine Lösung könnte sein, wenn Privatleute Grundstücke zur Verfügung stellen.

Von Emmerich bis zur Zentrale von Friedensdorf International in Oberhausen sind es rund 60 Kilometer. Keine Weltreise, aber eben auch kein Katzensprung, wenn man einige Säcke Altkleider bei sich hat. Seit etwa 20 Jahren haben auch die Emmericher das Friedensdorf mit aussortierter, aber gut erhaltener Kleidung unterstützt, indem sie die neun Altkleidercontainer nutzten. Das geht so künftig nicht mehr. Denn die Stadt hat das Friedensdorf aufgefordert, seine Container abzuziehen.

Hintergrund: Die Kommunalbetriebe (KBE) haben wie berichtet mit den drei lokalen Anbietern Kolping, DRK und Malteser einen Kooperationsvertrag geschlossen. Dieses Trio unterhält in Emmerich eigene Kleiderkammern. Ein Teil der Altkleider bleibt also in der Stadt. Die 34 Container an den 23 lokalen Sammelstellen tragen das Siegel der Stadt, die damit auch den Container-„Wildwuchs“ auf öffentlichen Flächen eindämmen will. Auch wenn das Friedensdorf nicht zu den ortsansässigen Verbänden zählt, ist Emmerich kein „weißer Fleck“ auf der Friedensdorf-Landkarte. Regelmäßig werden im Willibrord-Spital Kinder des Friedensdorfes aus Kriegs- und Krisengebieten operiert.

Das Friedensdorf funkt SOS. Von ursprünglich 64 Stellflächen für Friedensdorf-Altkleidercontainer in der Region sind nur noch 16 geblieben, weil die Kommunen andernorts genauso entschieden haben wie Emmerich. Sollten die Container in Emmerich tatsächlich wegfallen, bedeutet das eine Tonne weniger Altkleider pro Woche. Für das Friedensdorf eine harte Entscheidung.

Denn: Nicht nur fehlt die Kleidung für die Ausstattung der Kinder in der Oberhausener Heimeinrichtung. Auch die Partnerländer des Friedensdorfes werden bisher regelmäßig mit Kleiderspenden bedacht. Tatsächlich hängen auch Arbeitsplätze im Friedensdorf von den gespendeten Textilien ab. Denn dort wird die Ware von Hand sortiert, gefaltet und verpackt. Wenn der Trend weitergeht, werden dort bald weniger Hände benötigt. Deswegen hofft man im Friedensdorf, dass für Emmerich noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Eine letzte Option wären private Stellflächen, die Grundstücksbesitzer für die Friedensdorf-Container zur Verfügung stellen könnten, möglichst umsonst. „Dem würden wir keine Steine in den Weg legen“, sagt Stadtsprecher Tim Terhorst: „Auf private Stellflächen haben wir keinen Zugriff.“ Etwa bei Supermärkten, sofern dem in verkehrsrechtlicher Hinsicht nichts entgegensteht.
Wer helfen möchte, der kann sich wenden an: 02064/49740.

Das sind die Standorte: Blackweg/Einfahrt Bauhof, Grüne Straße gegenüber Wismans, Bahnhofstraße gegenüber Schenker und Parkplatz Schenker, Reekscher Weg/Netterdensche Straße, Am Portenhövl, Mennonitenstraße Parkplatz, Max Planck-Straße gegenüber Biotec, Hansastraße, Kapaunenberg, Speelberger Straße gegenüber Raiffeisen, ‘s-Heerenberger Straße gegenüber Nr. 34/36, Ecke Frankenstraße und Ruine, Borgheeser Weg gegenüber van Onna-Weg, Schulstraße, Heideweg/Ecke Hekerenfelder Weg, von Bodelschwingh-Straße 6/Ecke Oppenhof und Ecke Sonderwykstraße, Kattegat, Gerhard Storm-Straße beim Imbiss und bei Lindeboom, Konrad Adenauer-Straße.

Norbert Kohnen

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Friedensdorf funkt auch in Emmerich SOS
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2016-03-07 20:00
Emmerich