Freude an religiösen Liedern? Die „Verpackung“ macht’s

Praest..  Pater Zacharias Sago sprach aus, was viele der meist jungen Konzertbesucher dachten: „Das war in der Tat eine frohe Botschaft!“ In der Kirche St. Johannes Baptist hatten sich viele Gospelfreunde eingefunden, um ein Konzert des Gospelchores „Different Voices“ zu hören. Unter Leitung von Arno Jansen sangen die musikbegeisterten Sängerinnen und Sänger traditionelle und moderne geistliche Lieder.

Und wer behauptet, junge Menschen würden sich weniger um Lieder mit religiösem Text begeistern, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt. Allerdings kommt es auf die „Verpackung“ an. Rhythmisch exakt und mit eingängiger Bearbeitung interpretierten die 16 Damen und fünf Herren alte und neue Gospels, die vom Publikum mit Beifall zur Kenntnis genommen wurden.

Mit dem Song „Inspired“, der der Veranstaltung den Namen gegeben hatte, markierten sie den Inhalt ihrer Lieder, der den Glauben an Gott, die Zuversicht an Gottes Hilfe, aber auch eine eigene Initiative verlangt.

Solistische Beiträge, Chorpartien und kurze Texte wechselten in bunter Reihenfolge ab, wobei man über die Geschlossenheit des Chorklanges und die deutlichen rhythmischen Passagen nur staunte. Hier hat Arno Jansen gute Vorarbeit geleistet. Begleitet wurden die Songs von Jeroen Prins, Arnhem, der sich ausgezeichnet und perfekt als Spieler auf dem E-Piano erwies -- eine ideale Verstärkung des Chorgesanges.

Eine erste Solopartie hörten die begeisterten Besucher in „Like a mighty river“, das von der Liebe Gottes zu allen Geschöpfen spricht. Chor und Solistin wechselten sich in ihren Partien harmonisch ab und ähnlich ging es bei anderen solistischen Partien wie „Let me fly“ oder „Open up my heart“ zu. Drei Solistinnen (Lisa Brüggemann, Marie Singendonk, Jessica Pfirrmann) und ein Solist (Andreas Simons) forderten immer wieder Beifall heraus. Hier war der Chor mitunter als „Summing Background“ eingesetzt.

Das schwungvolle und mit Klatschen begleitete „Let’s join in celebration“ von dem Niederländer Remco Hakkert passte ebenso gut ins Konzept wie das ruhige „Power of your love“ von Geoff Bullock.

Arno Jansen beteiligte auch das Publikum am Gesang. Mit der Aufforderung „Jetzt seid ihr dran!“ ermunterte er die Zuhörer. „Let me fly“ hieß der Song, den viele im Kirchenraum nach einigen Versuchen und mit Hilfe des Chores mitsangen. Natürlich durfte das weltbekannte „O happy day“ nicht fehlen. Es war der krönende Abschluss mit dem in deutscher Sprache gesungenen „Der Herr segne euch.“ Dieser Abend hat vielen jungen Zuhörern eine Möglichkeit des Zugangs zum religiösen Themenkreis gegeben.

Arno Jansen übernahm 2012 den Chor von Bruno Metzdorf. Seine Stärke zeigte er im Jazzsong mit der Bildung des „Jazzyness“- Chores in Kleve, der sich seit 2013 mit seinen etwa 20 Mitgliedern in besonderem Maß dieser Musikrichtung verschreibt.