Feiner Pop, schrille Musik und eine Prise Country

Haldern..  Es ist heiß und stickig, als Torpus & the Art Directors die Bühne in der Haldern Pop Bar um kurz vor 21 Uhr betreten. Die Zuschauer in der Bar, die gut gefüllt ist, aber nicht aus allen Nähten platzt, sind aufgeheizt. Sie schauen erwartungsvoll auf die fünf Musiker, die gekommen sind, um ihr neues Album „The Dawn Chorus“ zu präsentieren.

Doch nicht nur das. Der Abend wird eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs, aus Balladen, feinem Pop, eine Prise Country und schriller, lauter, ehrlicher Musik. Sie haben sich Zeit gelassen mit diesem Album. Es ist eine Hommage an ihre Herkunft, an den hohen Norden, an die Natur und Landschaft. Kein Wunder, dass sich auch die Schwedin Jenny Apelmo harmonisch in diese Band eingefügt hat. Sie versprechen, dass man „die Nordsee riechen“ könne. Doch zunächst spürt man nur die Hitze des Publikums, die Spannung und der Wunsch, sich zu bewegen.

Eine schwierige Mischung

Doch dafür ist die Musik eine schwierige Mischung. Auf den ersten Blick wirkt die Band ruhig und lässig, fast schon melancholisch in ihren Texten, doch die Instrumente schaffen einen schnellen Rhythmus, die Körper gehen mit, wollen ausbrechen. Beim Song „Mirror Mirror“ vom neuen Album zum Beispiel. Er kommt einerseits ruhig rüber, verbirgt aber so eine Emotionalität, steigert sich, so dass man den Herzschmerz praktisch fühlen kann. Es sind gerade diese tiefgehenden Gefühle, gepaart mit der ehrlichen Musik und dem unverwechselbarem Gesang, mit und ohne Instrumente, der die Band an diesem Abend ausmacht. Es ist daher kein Wunder, dass bei herzergreifenden Liedern wie „Fall in love“, in dem sie von den „sparkling eyes“ singen, die Trompete nicht fehlen darf.

Dann zeigen sie eine andere Seite. Mit „Modesty/Honesty“, vom früheren Album „From Lost Home to Hope” steigen sie dumpfer und kraftvoller ein. Der Gesang ist gewaltig, die Klänge ihrer Instrumente erinnern jetzt am stärksten an die Countrymusik vom Wilden Westen. Sie haben Wechsel der Tempi und Rhythmen vereint mit einem fast schon flehenden Gesang, der noch einmal alles aus ihnen und dem Publikum rausholen möchte. Doch ähnlich wie ihre Musik, die sich selbst immer wieder entschleunigt, behält sich das Publikum vor, manchmal einfach nur still zu genießen, die Klänge und die Musik auf sich einwirken zu lassen. Es ist eine eigenartige Atmosphäre, die am Ende des Abends fast noch genauso gebannt ist wie nach den ersten Klängen. Für die Band stehen jetzt noch zwei Wochen mit 12 Konzerten auf dem Programm.
.In der Haldern Pop Bar steht schon am Donnerstag, 16. April, mit Mara Simpson die nächste Künstlerin auf der Bühne.