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Familie beklagt Rattenplage mitten in der Stadt Emmerich

07.01.2016 | 06:00 Uhr
Familie beklagt Rattenplage mitten in der Stadt Emmerich
Neben dem Haus am Kleinen Wall liegen Müll und Grünschnitt – „Wohnmobilisten kippen hier zudem ihre Chemie-Toiletten aus“, ärgert sich Carmen Bienert.Foto: Konrad Flintrop

Emmerich.   Familie Bienert lebt am Kleinen Wall in Emmerich. Und hat Angst: Jeden Abend tauchen im Garten Ratten auf. Offenbar wollen die Nager auch in ihr Haus.

Mit der niedlichen Wanderratte Rémy aus dem Kinostreifen Ratatouille hat das alles herzlich wenig zu tun. „Jeden Abend, so gegen 19 Uhr, tauchen in unserem Garten immer mindestens vier Ratten auf. Im Wintergarten waren sie schon, aber die wollen offensichtlich ins Haus“, schildert Carmen Bienert eine schon unheimliche Situation. Sie und ihr Mann Rüdiger wohnen am Kleinen Wall 15, direkt am städtischen Schotterparkplatz.

Seit sieben Jahren leben die Altenpflegerin und der Messebauer in dem dreigeschossigen Haus zur Miete, fühlten sich in dem Gebäude aus den 50er-Jahren wohl. Bis Mitte Dezember. „Da tauchten die Ratten erstmals auf“, erzählen die beiden.

Chemie-Toiletten ausgeschüttet

Die Nager, da sind sich die Bienerts absolut sicher, kommen von der anderen Seite der etwa 1,40 Meter hohen und knapp zehn Meter langen Mauer, die den Garten vom Parkplatz trennt. „Die Stadt wirft Grünschnitt dorthin, Müll liegt da sowieso immer und die Wohnmobilisten, für die da Parkflächen vorgehalten werden, schütten einfach ihre Chemie-Toiletten aus“, ekelt sich das Ehepaar vor dem verwahrlosten Grundstück der Stadt. „Vor ein paar Tagen hat mich sogar eine Ratte aus der Mülltonne gleich nebenan angeschaut“, sagt die 47-Jährige.

Rüdiger Bienert hat mittlerweile Angst, im Dunkeln durch seinen Garten zur Garage zu gehen, die gleich gegenüber der Rheinschule steht. „Unsere Nachbarn haben auch schon Ratten gesehen“, so der 56-Jährige.

Schwachstellen verbarrikadiert

So konzentriert wie bei ihm sei das Problem aber nirgends. Wobei er kritisch drei Häuser weiter auf ein leeres Gebäude mit verwahrlostem Garten blickt. Hier hätten mal polnische Monteure gewohnt. Jetzt stehe das Haus leer, Türen und Fenster seien aber offen.

Rüdiger Bienert schaut wieder in Richtung Schotterparkplatz: „Sobald es dunkel wird, laufen die Ratten über die Mauer zu uns. Und dann buddeln sie tiefe Löcher, um in den Keller zu gelangen. Im Wintergarten, wo sie schon mehrfach waren, nagen sie ebenfalls an der Hauswand“, sorgt sich der Mieter.

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Gott sei Dank habe er rund um den Wintergarten, den er selbst sehr fachmännisch gebaut hat und der einen gepflegten Eindruck macht, im Bodenbereich Bangkirai-Holz verwendet. „Da gehen die nicht dran“, weiß Rüdiger Bienert mittlerweile. Ansonsten verbarrikadiert er alle möglichen Stellen, an denen sich die Nager schon zu schaffen gemacht haben: mit PU-Schaum, Schieferplatten oder Gittern.

Ein wenig enttäuscht ist Carmen Bienert von der Stadt. Vor Weihnachten hatte sie das Ordnungsamt informiert, von dem es schließlich die Handy-Nummer des Schädlingsbekämpfers erhalten hatte. „Der sitzt wirklich weit weg, in Saarbrücken, und wollte die Woche vorbei kommen, wenn er Zeit hat“, wundert sie sich. Bislang, sagt Carmen Bienert, habe ihr niemand vor Ort geholfen.

Fenster und Türen bleiben zu

Ihr Vermieter, der selbst bei der Stadt arbeitet, hat der Familie Geld für Rattengift gegeben. Gebracht hat es nichts. Das Gift sollte in vier bis sieben Tagen wirken. „Tut es aber nicht“, wundert sich die Altenpflegerin. Denn weiterhin kommen jeden Abend die unterschiedlich gefärbten und großen Ratten zurück. Reiß aus nehmen sie übrigens nur, wenn das Licht eingeschaltet wird. Ist es wieder dunkel, kehren sie zurück.

Fenster und Türen bleiben jedenfalls bei Bienerts verschlossen. „Wir haben Angst. Auch vor möglichen Krankheiten“, sagen sie. Und hoffen inständig, dass ihnen die Stadt endlich schnell hilft.

Wolfgang Remy

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2016-01-07 06:00
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