Fahrer für Isselburger Flüchtlinge gesucht

Sandra Fischer (l.) und Gerd Hagemann (r.) mit Kindern in der Asylbewerberunterkunft.
Sandra Fischer (l.) und Gerd Hagemann (r.) mit Kindern in der Asylbewerberunterkunft.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kinder kommen sonst nicht zur Schule oder in den Kindergarten. Neue Container an den Unterkünften noch nicht bewohnbar. Helfer plädieren für dezentrale Unterbringung.

Isselburg..  Tessy hat es geschafft. Mit dem Fahrrad fährt sie zur Verbundschule. Täglich. Von den Flüchtlingsunterkünften am Klärwerk aus zum Stromberg. Einfach war das anfangs nicht. „Die ersten Male bin ich vom Fahrrad gefallen“, erklärt sie. Denn bis sie zusammen mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter nach Isselburg gekommen ist, hatte sie noch nie auf der Fiets gesessen. Doch nun klappt es. Und Tessy kann zur Schule. „Und die macht großen Spaß.“ Doch nicht alle Kinder können so einfach Schule und Kindergarten besuchen. „Die Unterkünfte sind einfach zu weit weg“, so Gerd Hagemann, der sich seit Jahren schon zusammen mit weiteren Mitstreitern um das Wohl der Isselburger Flüchtlinge kümmert.

Probleme am Nachmittag

Selbst wenn die Kinder den langen Fußweg zur Schule auf sich nehmen würden. „Sie müssen eine lange unbeleuchtete Allee entlang laufen“, so Harald Janssen. Das sei nicht zumutbar. Und: „Rein theoretisch könnten die Flüchtlings-Eltern die Kinder bringen. Doch in der Praxis ist das schwer zu realisieren“, weiß Hagemann. Also helfen Freiwillige, die Kinder – zehn an der Zahl – in die Schule zu bringen. Seit einigen Wochen fährt Sandra Fischer, selbst Mutter von fünf Kindern, drei Kinder zur Isselschule und ein Kind nach Anholt in den Kindergarten. „Morgens ist das kein Problem. Doch vor allem im Nachmittagsbereich, wenn die Kinder wieder zwischen 15 und 16 Uhr abgeholt werden müssen, gibt es für mich Überschneidungen.“ Heißt: Die ehrenamtlichen Helfer suchen dringend Menschen, die auch einen Fahrtdienst übernehmen. Die Fahrkosten werden auch seitens der Stadt erstattet.

63 Flüchtlinge sind momentan offiziell im Heim am Klärwerk untergebracht. Demnächst können einige von ihnen in die Ende Januar installierten Container ziehen. Damit diese auch bewohnbar sind, werden sie noch hergerichtet. Dringender wäre ein Neubau. Denn wie Frank Schaffeld vom zuständigen Fachbereich der Stadt Isselburg weiß, „werden künftig diese Unterbringungen nicht ausreichen.“ Schaffeld erwartet ganz klar weitere Flüchtlinge für Isselburg. „Wenn der Anruf kommt, müssen wir diese binnen drei Tagen unterbringen“, erklärt er. Und je nach dem wie hoch die Anzahl ist, müssen dazu passende Gebäude her. Die Stadt habe auch schon städtische Gebäude auf ihre Tauglichkeit als Alternativen geprüft. „Auch solche, die schon hätten abgerissen werden sollen.“

Wann und vor allem wo ein Neubau der Flüchtlingsunterkünfte kommt, ist noch offen. In der Ratssitzung am 29. April könnte eine Entscheidung fallen. Die Helfer plädieren für eine dezentrale Unterbringung im Stadtgebiet.