Erste Etappe auf einem langen Weg

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Haldern..  Es ist so schön, sagen zu können, dass jemand geheilt ist. Doch dass im Fall der an Leukämie erkrankten Melina Ziegner, von der die NRZ in der vergangenen Woche berichtete, niemals gänzlich von Heilung die Rede sein kann, ist leider traurige Wirklichkeit. „Es wäre schön, wenn Melina den Krebs besiegt hätte, leider heißt die Diagnose, die die Uniklinik Münster gestellt hat, dass sie lediglich vorerst frei von Krebszellen ist“, stellt ihre Mutter klar, denn sie hat in der Klinik erlebt, dass die meisten Kinder einen Rückfall erleiden. „Melina ist kein gesundes Kind, was viele Menschen denken. Sie leidet an den Folgen der Chemotherapie. Und eine Grippe, die ja derzeit kursiert, kann höchst gefährlich für sie sein.“ Das Problem ist, dass auch Krankenkassen und Behörden sagen: „Nach der Chemotherapie ist die Person wieder gesund. Was benötigt sie noch Hilfe?“

Fakt ist, dass immer mehr Kinder und Jugendliche eine Krebserkrankung dank der effektiven Therapien der Onkologie überleben. Doch inzwischen nehmen die Wissenschaftler die Schattenseiten der Chemotherapie unter die Lupe. „Leider, so war auch in der Sendung W wie Wissen zu erfahren, sind mittlerweile rund 1,5 Millionen Langzeitüberlebende als nicht geheilt zu bezeichnen. Ihr Krebsrisiko ist sogar erhöht, sie haben Herzprobleme, ihre Kräfte kehren manchmal nie mehr vollständig zurück, die Patienten haben noch nach vielen Jahren Probleme“, zitiert Manuela Ziegner die Sendung. „Deshalb waren wir ja auch im Fernsehen, um deutlich zu machen, dass es eine engmaschige Nachkontrolle geben muss, möglichst über zehn Jahre. Und sie muss auch von den Krankenkassen finanziert werden.“

Auch Melina ist oft noch sehr schwach, aber nicht mehr in der Klinik auf der Krebsstation liegen zu müssen, sondern wieder die Schule besuchen zu können, ist für sie einfach toll. Ihre Lehrerin informiert, sobald jemand in der Klasse erkrankt ist, Melinas Eltern. „Dafür sind wir sehr dankbar.“