Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge wird in Rees im März eröffnen

Derzeit wird die ehemalige Klinik Horizont zur Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge umgebaut.
Derzeit wird die ehemalige Klinik Horizont zur Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge umgebaut.
Foto: FUNKE Foto Services
Bis zu 150 Flüchtlinge sollen am Groiner Kirchweg kurzzeitig Aufnahme finden. Sie sollen rund um die Uhr betreut werden. Einen Sicherheitsdienst gibt es auch

Rees..  Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge können in aller Regel Hunderte Menschen aufnehmen. 800 sind es im Dorf Wimbern im Kreis Soest, 700 im sauerländischen Hemer, 500 im ostwestfälischen Borgentreich. „Dagegen wird’s in Rees richtig schnuckelig“, sagte Andreas Degelmann, Koordinator der Flüchtlinge beim Maltester Hilfsdienst. Er hat in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit Vertretern der Stadt Rees geführt, um die Weichen für die Errichtung eines solchen Erstaufnahme-Komplexes zu stellen.

Einrichtungen für Asylsuchende

Wie bekannt soll dies in der ehemaligen Drogenklinik Horizont am Groiner Kirchweg entstehen. Sie soll bis zu 150 Menschen aufnehmen können. Zum 1. März, also in weniger als einem Monat, wird die Einrichtung bezugsfertig sein. „Ob uns aber sofort schon, oder erst Mitte März oder gar erst Anfang April Flüchtlinge vom Land zugewiesen werden, wissen wir bislang nicht“, teilte Bürgermeister Christoph Gerwers mit. Gestern stellten Vertreter der Stadt Rees und der Malteser aus Köln, die das Haus betreiben werden, das Projekt vor.

Dass die Malteser keine Neulinge in Sachen Flüchtlinge und Asyl sind, betonte Degelmann in einem kurzen Abriss. Nur ein Detail: Die Malteser betreiben allein 19 Einrichtungen für Asylsuchende.

Alle Räume der ehemaligen Fachklinik – bis auf das Doppelhaus am Groiner Kirchweg – werden derzeit für die Flüchtlinge hergerichtet. Die Flüchtlinge bleiben aktuell zwischen sechs und zehn Tagen in solchen Einrichtungen, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden. „Das gilt auch für Rees. Maximal ist ein Aufenthalt von drei Monaten möglich“, so Dengelmann.

Die 150 Flüchtlinge werden im früheren Wohntrakt von Horizont sich zu je sechst ein Zimmer teilen. Der Verwaltungstrakt bleibt als solcher erhalten, zudem wird darin eine Küche samt Speiseraum eingerichtet. Gekocht wird hier nicht, das Essen wird fertig angeliefert, in Rees nur erwärmt. Die Ex-Werkstatt wird Sanitätsbereich und Materiallager. Wo früher Bewegungshalle war, entsteht eine Kleiderkammer. Im Obergeschoss sind ein Kinderbetreuungsraum sowie Schulungsräume — beispielsweise für Deutschunterricht – geplant.

Für die Bewohner auf Zeit wird es rundum Betreuung geben. Tagsüber sind vier Betreuer im Einsatz, am Wochenende und nachts jeweils zwei. Zudem wird es einen Hausmeister und einen Rund um die Uhr-Sicherheitsdienst geben. „Der ist aber mehr dazu da, dass keine Leute von außen ins Gelände eindringen“, stellte Dengelmann klar. Allein der Malteser Hilfsdienst wird 29 Vollzeit-Arbeitsplätze schaffen, darunter Verwaltungsleute, Sanitäter und Raumpflegepersonal. Nicht eingerechnet sind die Mitarbeiter, die der Sicherheitsdienst für seine Arbeit benötigt.

Für die Flüchtlinge soll es auch Möglichkeiten der Zerstreuung geben. So sollen beispielsweise Räume mit Fernseher oder Tischtennisplatten ausgestattet werden.