Erschrocken

Gewerbegebiet..  Mit Erschrecken habe ich vernommen, dass sich der Leiter der Stadtwerke und der Bürgermeister für ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet zwischen Autobahn und der Landesgrenze bei ‘s-Heerenberg einsetzen. Zwar ist es sinnvoll, den Industriehafen besser auszunutzen und den Gleisanschluss zu verbessern und auch die ausgewiesenen Gewerbeflächen zu vermarkten, jedoch sollte der westliche Teil der Hetter zwischen der B 220 im Westen und dem Naturschutzgebiet im Osten unbedingt von Industrie und Gewerbe frei gehalten werden. Dieser Bereich ist Teil eines verbliebenen unzerschnittenen grenzüberschreitenden Freiraums von mehr als 2000 ha Größe nördlich der Autobahn zwischen B 220 im Westen und der Isselniederung im Osten. Die Wild, der Netterdensche Kanal und die Landwehren befinden sich in einem zusammenhängenden System von alten Flutmulden des Rheins und sind Teil einer Biotopverbundzone zwischen den international bedeutsamen Naturschutzgebieten Oude Rijnstrangen im Westen und Hetter im Osten.

Hier befinden sich Rastplätze und wichtige Flugrouten für Wildgänse und Limikolen, aber auch der beliebte Radwanderweg und einer der letzten Retentionsräume für den Fall, dass der verbliebene Überflutungsbereich des Rheins einmal nicht mehr ausreichen sollte. Auch der Grundwasserstrom, der die Wassergewinnungsanlage im Helenenbusch speist, durchzieht dieses Gebiet. Deshalb ist ein großer Teil dieses Bereichs Wasserschutzgebiet.

Gerade der Leiter der Stadtwerke und der Bürgermeister müssten eigentlich verhindern, dass hier Gewerbe angesiedelt wird (...)

Adalbert Niemers, Emmerich, 2. stellvertretender Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes.