Er würde heute wieder Knochenmark spenden
26.08.2011 | 22:00 Uhr 2011-08-26T22:00:00+0200
Emmerich.Peter Smits spendete einem leukämiekranken Franzosen seine Stammzellen. Dieser bedankte sich bei seinem Lebensretter.
Damit hatte er nicht mehr gerechnet. Vor drei Jahren bekam Peter Smits Post von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Ein Schreiben, das sein Leben verändern und das eines anderen retten sollte: „Die DKMS teilte mir 2008 mit, dass ich als Spender in einem konkreten Fall in Frage komme.“ Auch sein Bruder Axel war in die engere Auswahl gekommen, schied dann aber als Spender aus, weil er zu der Zeit Medikamente nahm. Dafür wurde es für seinen Bruder umso ernster. „Es ging alles rasend schnell“, erinnert sich der heute 45-Jährige. Bei seinem Hausarzt ließ er sich noch einmal durchchecken und musste viele Fragebögen ausfüllen.
Die Familie stand dahinter
Dann hieß es: „Ja, Sie kommen in Frage!“ Er wurde noch einmal gefragt, ob er wirklich Stammzellen spenden wolle. Für Peter Smits keine Frage, nicht ahnend, was auf ihn zukommt. Aber: „Die ganze Familie stand dahinter!“ Vor 15, 20 Jahren hatte er mit einigen Bekannten an einer Typisierungsaktion im Willibrord-Gymnasium teilgenommen, sich bei der DKMS registrieren und seine Gewebemerkmale bestimmen lassen. Die müssen exakt mit denen eines Patienten übereinstimmen. Es ist die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Denn derzeit sind 6000 Gewebemerkmale bekannt, die in abermillionen Kombinationen auftreten. Längst kann man sich online registrieren lassen und bei der DKMS Sets mit Wattestäbchen zum Abstrich von der Wangenschleimhaut anfordern.
Kurz vor der Spende musste sich Peter Smits daheim einen hormonähnlichen Stoff unter die Haut spritzen, damit sich die Stammzellen vermehren und ins Blut ausgeschwemmt werden: „Das war das Einzige, was ein wenig unangenehm war, weil ich so was wie eine Grippe bekam.“ Dann flog er nach Dresden und begab sich in eine Spezialklinik. Rund drei Stunden dauerte das ambulante Prozedere, bei dem an beiden Armen venöse Zugänge gelegt wurden. Das Blut floss vom linken Arm durch einen Zellseparator, wo die Stammzellen aus dem Blut gefischt wurden, über den rechten Arm in Smits Körper zurück. „Da wurde mir nur ein wenig schummrig, den ganzen Tag war ich ziemlich kaputt.“ Das war’s aber auch schon.
Später bekam Smits einen anonymen Brief aus Frankreich. Darin bedankt sich in gebrochenem Deutsch ein 52-jähriger Familienvater bei dem Spender. Es würde ihm sehr gut gehen. Smits: „Darüber habe ich mich sehr gefreut.“
Im Rückblick sagt der Kaufmann: „Das würde ich jederzeit wieder machen; das ist doch eine elementare Sache.“ Deshalb hat er auch seit langem einen Organspenderausweis.
0mitdiskutieren