Emmerichs General Vorwärts

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Emmerich..  Man könnte fast behaupten, Bürgermeister Johannes Diks habe sich mit seiner halbstündigen Rede beim Neujahrsempfang kurz gefasst. Denn er kam auf zwölf Manuskriptseiten mit seinem Rück- und Ausblick aus. Es waren früher mehr. Auf einen Termin, die Bürgermeisterwahl am 13. September, ging er im PAN nicht ein. Er dürfte im März wieder von der CDU auf den Schild gehoben werden. Auch sein mutmaßlicher Dauerherausforderer Peter Hinze (SPD) weilte unter den rund 350 Gästen, darunter viele Ehrenamtler.

Strahlen durfte an diesem Abend schon der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK). Denn 140 Schützen und andere haben im November 15 706,21 Euro gesammelt – ein neuer Rekord! Das macht den Emmerichern im Kreis Kleve keiner nach.

Diks griff so ziemlich alle Themen und Trends auf, den Ortsausschuss Elten ließ er geflissentlich außen vor. Auch der Dauerbrenner 3. Autobahnanschluss blieb diesmal auf der Strecke. Stichworte:
Neumarkt: Die Abstandsfrage zum Nachbargebäude Deutsche Bank ist immer noch nicht gelöst, was für erhebliche Zeitverzögerungen sorge. Nun wolle Investor Schoofs persönlich nach Irland fliegen, um mit Eigentümer Don Ryan zu verhandeln. Hintergrund: Der Verkauf an einen Emmericher Interessenten hat sich zerschlagen. Unbestritten sei aber, so Diks, das „Ja“ des Investors zu seinem Vorhaben.
Wemmer & Janssen: Das alte Opel-Gelände an der Mennonitenstraße hat die Stadt gekauft. Mit dem Abriss wurde begonnen. Ein städtebaulicher Wettbewerb soll darüber entscheiden, wie das Gelände künftig genutzt werden soll.
Bildung: Die mit 172 Kindern gestartete Gesamtschule wird noch 2015 vielleicht sogar siebenzügig. In Kürze sei zu klären, ob es in der Hauptschule und in der Realschule weitergeht oder zu einem Neubau kommt. Das Gymnasium „erfüllt uns mit besonderem Stolz“ und sei eine „Premium-Schule“.
Gewerbegebiet NettPark: Der Bebauungsplan für die Fläche hinter der BLG befindet sich im Verfahren, die Verhandlungen über den Bau einer weiteren größeren Logistikhalle laufen.
Internet: Nach Realisierung des Breitbandausbaus der Telekom für Emmerich soll jetzt der LTE-Mobilfunkbreitbandausbau für Elten angepackt werden.
Martinikirche/Fährstraße: Mit einem neuen Bebauungsplan soll der Bau von zwei neuen Häusern unterschiedlicher Höhe ermöglicht werden. Damit soll an der Rheinpromenade eine „Torsituation“ erzielt werden.

Den Stimmen, die da behaupteten, es täte sich baulich zu wenig, hielt Diks ein Bauvolumen von 80 bis 120 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre entgegen. Emmerich entwickele „sich sehr intensiv weiter“. Auch wenn man 2015 nicht alle Missstände beheben könne: „Die Lage ist besser als die Stimmung. Jammern oder das Beschwören besserer Zeiten helfen nicht weiter. Es kommt vielmehr darauf an, konsequent nach vorn zu sehen beziehungsweise vorwärts zu leben. Wir blicken konsequent nach vorn.“ Da schimmerte der Siegeswille des alten Blücher durch, den man wegen seines beharrlichen Vorwärtsstrebens auch „General Vorwärts“ nannte.