Emmericher Sonntagstafel erinnert an Hüschs 90. Geburtstag

Das Sommerwetter an der Promenade würde für perfekt zum Hüsch-Frühstück passen.
Das Sommerwetter an der Promenade würde für perfekt zum Hüsch-Frühstück passen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am 6. Mai wäre Niederrhein-Kabarettist Hanns Dieter Hüsch 90 Jahre alt geworden. In Emmerich wird am 10. Mai deshalb ein Promenadenfrühstück organisiert – gegen das Vergessen.

Emmerich/Moers..  Zum Promenadenfrühstück am 5. Juni 1983 – anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums in Emmerich – hatte Hein Driessen einen sechs Meter hohen und 3,50 Meter im Durchmesser breiten Super-Eimer gebastelt, inklusive Wappen der Ortsteile. Dass sein Holzwerk, an der alten Hafen-Mole gut sichtbar für alle vorbeifahrenden Schiffe platziert, von Jugendlichen angezündet und vernichtet wurde, erfüllt Driessen heute noch mit Schmerz.

32 Jahre später gibt’s wieder ein Promenadenfrühstück. Genauer: am Sonntag, 10. Mai, ab 11 Uhr. Das organisiert Hein Driessen mit Kulturchef Michael Rozendaal und Bürgermeister Johannes Diks. Driessen wäre kein echter Künstler, würde er sich aus Anlass des 90. Geburtstags seines Freundes, Kabarettist Hanns Dieter Hüsch, nicht etwas einfallen lassen. 20 signierte Karikaturen seiner Hüsch-Zeichnung aus dem Jahr 1988 sind für überschaubares Geld am Atelier zu haben.

80 Jahre, 70 Programme

Der Druck zeigt den am 6. Mai 1925 gebürtigen Moerser, der in seinen 80 (Schaffens-)Jahren auch Schriftsteller, Synchronsprecher, Schauspieler, Liedermacher und Kinderbuchautor gewesen war und stramme 70 Programme auf die Bühne gebracht hatte. Dies in typischer Haltung: mit einem listig-fragenden, ja, leicht staunenden Blick durch Nickelbrille und Rauschebart.

„Hanns Dieter“, hebt Hein Driessen hervor, „liebte unser Stadttheater. Nicht nur wegen der guten Akustik. Sondern auch, weil er in Emmerich gern seine Einfälle getestet hat.“ Am 10. Mai, also vier Tage nach Hüschs Jubiläumsgeburtstag, soll seine Orgel noch einmal einen klangvollen Einsatz bekommen. Witwe Christiane Rasche-Hüsch bringt das Stück der niederländischen Philips-Marke Philicorda mit nach Emmerich.

Dazu sind Prominente eingeladen. Vorwiegend aus dem künstlerischen Fach. Wie der Aachener Wendelin Haverkamp, ein enger Freund des „schwarzen Schafs vom Niederrhein“, das sich eher als literarischer oder philosophischer Kabarettist verstand. Nicht unbedingt als jener, der sich ständig an den tagesaktuellen politischen Themen abarbeiten mochte. 1983 kamen mehrere tausend Frühstücksgänger zum knapp einen Kilometer langen Tisch direkt am Rhein. „Alle sind eingeladen. Hanns Dieter hat noch unglaublich viele Fans. Es wird ein Sonntagsfrühstück gegen das Vergessen“, betont Hein Driessen. Der muss jetzt nur noch den wichtigsten Draht legen. Jenen nach ganz oben. Wie vor 32 Jahren soll die Sonne über Emmerich wärmend erstrahlen. Vielleicht kann Hanns Dieter Hüsch dem Kollegen Petrus ja einen Hinweis geben.