Emmerich: Bruderschaft plant Slütter-Kauf

Die Schützen wollen das Haus Slütter in Vrasselts Mitte kaufen.
Die Schützen wollen das Haus Slütter in Vrasselts Mitte kaufen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Dass jedes St. Antonius-Mitglied 300 Euro zur Finanzierung des Kaufs von Haus Slütter beisteuert, ist vom Tisch. Vorhaben kostet 275 000 Euro. Entscheidung fällt nächste Woche.

Vrasselt..  Die Entscheidung dürfte auf der Jahreshauptversammlung am kommenden Freitag fallen: Dann werden die gut 340 Mitglieder der St. Antonius-Schützenbruderschaft darüber abstimmen, ob sie ihr langjähriges Vereinslokal Haus Slütter kaufen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es so kommen wird“, zeigte sich gestern der Vorsitzende der ältesten Bruderschaft in Emmerich aus dem 17. Jahrhundert, Jürgen Arts, optimistisch.

Wahrscheinlich auch deswegen, weil sich mittlerweile ein Knackpunkt erledigt hat: Denn nach Vorstellung des Kassierers hätte jedes Vereinsmitglied 300 Euro zahlen sollen, damit der Verein so die Hälfte der Investitionssumme zusammen bekommen hätte.

„Das ist vom Tisch“, bestätigte gestern Jürgen Arts. Jetzt soll das gut 100 Jahre alte Slütter-Gebäude samt Saal gänzlich über die Volksbank Emmerich-Rees finanziert werden, erfuhr die NRZ. Die Immobilie inklusive Kegelbahn kostet 200 000 Euro, weitere 55 000 Euro sollen nach den Vorstellungen des vierköpfigen Vorstandes der Bruderschaft in die Renovierung der Gaststätte sowie der Wohnung fließen. Die gesamte Investitionssumme beträgt 275 000 Euro.

Wie die NRZ weiter erfahren hat, würde die Finanzierung über zehn Jahre laufen, möglich wären auch 15 Jahre. Die monatliche Belastung von 1100 Euro soll durch die Vermietung an einen Pächter gedeckt werden, heißt es. „Einen Interessenten haben wir“, bestätigte Jürgen Arts.

Vorausgesetzt, die Mitglieder geben dem Vorstand der Bruderschaft auf der Jahreshauptversammlung grünes Licht für ihr ehrgeiziges Vorhaben, „setzen wir das Projekt sofort um“, kündigte Arts an. Wobei noch unklar sein dürfte, ob an dem Abend offen oder geheim über den Erwerb abgestimmt werden wird.

Arts lässt jedenfalls keine Zweifel darüber aufkommen, dass man sich für den richtigen Weg entschieden hat. Denn die Eigentümerin will sowohl die Immobilie als auch das 3800 Quadratmeter große Grundstück samt Schießstand an die Bruderschaft verkaufen. „Wenn jemand anderes die Gaststätte erwirbt, verlieren wir auch unseren Schießstand und müssten von vorn anfangen“, begründet der Vorsitzende die Vorgehensweise. „Wenn wir nicht kaufen, haben wir nichts mehr“, gibt er zu bedenken.

Zwar steht das Finanzierungskonzept, die Bausubstanz des alten Gemäuers hat der Vorstand aber noch nicht prüfen lassen. Da will man noch kostengünstig fachmännischen Rat eines Bausachverständigen einholen, der Mitglied eines befreundeten Emmericher Schützenvereins ist.

Ändern müssten die Schützenbrüder auch noch ihre Satzung, heißt es. Denn eine wirtschaftliche Betätigung, wie sie etwa bei Schützenfesten geplant wäre, sehe die Satzung bislang nicht vor. Bleibt die Frage, ob der Vorstand einen Plan B hat, sollten die Mitglieder gegen den Slütter-Kauf sein. Arts: „Den brauchen wir nicht. Es reicht die einfache Mehrheit . . .“