Eltenberg – Ayers Rock des Grenzlandes

Eltenberg und Niederelten aus der Vogelperspektive.
Eltenberg und Niederelten aus der Vogelperspektive.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Stadt Emmerich und die Gemeente Montferland wollen den einzigartigen Natur- und Kulturraum Eltenberg-Bergherbos in einen attraktiven Landschaftspark verwandeln. Dazu winken EU-Mittel aus dem INTERREG V-Programm.

Emmerich/Montferland..  Die benachbarten Grenzstädte Emmerich und Montferland bündeln ihre touristischen Aktivitäten und entwickeln gemeinsam den Landschaftspark Eltenberg-Bergherbos. In Frühjahr 2014 stellten beide Seiten bei einem Treffen fest, dass sie unabhängig voneinander an derselben Sache feilten - und beschlossen daraufhin, gemeinsame Sache zu machen, zumal grenzüberschreitende Projekte mit EU-Fördermitteln versüßt werden.

Beide Kommunen können dabei an Vorarbeiten anknüpfen. Die Stadt Emmerich etwa mit dem Masterplan Hochelten. Für Phase 1 sind im Haushalt 120 000 Euro enthalten (z.B. für das Freistellen der Sichtachsen, öffentliches WC und grenzüberschreitendes Informationssystem).

Das Schöne daran ist, dass dafür EU-Mittel aus dem INTERREG V-Programm winken. Natürlich müssen auch die Projektpartner ihr Scherflein dazu beitragen, damit dieser europäische Raum seine weithin noch schlummernden Potenziale (Natur, Kultur, Geschichte) voll entfalten kann.

Spannendes Phänomen

Montferland und Emmerich haben sich dabei von Ayers Rock inspirieren lassen, einen drei Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Felsen in der zentralaustralischen Wüste, der sich gegenüber der umgebenden Landschaft mit einer Höhe von rund 350 Meter deutlich abhebt.

Die Endmoräne aus der Eiszeit im deutsch-niederländischen Grenzgebiet sei mit 85 Metern zwar nicht so hoch und kein Felsen, aber ein ähnlich spannendes Landschaftsphänomen, ein ebenso beeindruckender wie außergewöhnlicher Landschaftsraum.

Mit rund 2500 Hektar ist er deutlich größer als die überwiegend bewaldete australische Parallele. Rund um den Eltenberg gibt es mindestens ebenso viel zu entdecken und zu lernen.

Emmerich und Montferland haben bei der Ingenieurfirma StadtUmBau (Kevelaer) ein Gesamtkonzept in Auftrag gegeben, das den Ausschüssen beider Städte am Mittwoch, 15. April, in ‘s-Heerenberg präsentiert werden wird, wo dieses Grundkonzept beschlossen werden soll.

Auf der Basis dieses Grundkonzeptes soll die Vielschichtigkeit des Gebietes, aber auch die gemeinsame Vergangenheit erlebbar werden.

Dazu soll zum Beispiel die schon vorhandene kulturhistorische Route auf deutscher Seite um die Geschichte des Eltenberges mit seinem Damenstift und den Sichtachsen nach Kleve ergänzt werden.

Auf niederländischer Seite soll auf dem Hulzenberg ein Aussichtsturm installiert werden, der eine freie Sicht über das Waldgebiet und das umliegende Land ermöglicht.

Ein weiteres zentrales Element ist die Schaffung von Einstiegsorten, die den Besuchern an den verschiedenen Parkplätzen einen Überblick über das gesamte Ausflugsgebiet und das vielfältige Angebot dort ermöglichen. Unternehmer und Touristikverbände könnten auch noch ein gemeinsames Marketing auf die Beine stellen.

Die EU-Kommission hat das INTERREG V-Programm am 17. November 2014 genehmigt. Schwerpunkte sind Innovation sowie soziokulturelle und territoriale Kohäsion. Anträge können jetzt eingereicht werden.

Für die einzelnen Projekte in den vier deutsch-niederländischen Euregios stehen 222 Mio. Euro aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.