Elten freut sich: Der kleine Tijs aus Tolkamer ist gesund

In der Eltener Tankstelle freuten sich Dienstag Heinz und Horst Derksen mit Tijs’ Oma Marian Vermeulen.
In der Eltener Tankstelle freuten sich Dienstag Heinz und Horst Derksen mit Tijs’ Oma Marian Vermeulen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der an Neuroblastom-Krebs erkrankte kleine Tijs aus Tolkamer hat die Therapie in Philadelphia/USA überstanden und ist wieder gesund. Auch Spenden aus Elten haben geholfen.

Elten..  Tijs mag Tiere. Der fast zweijährige Niederländer aus Tolkamer, nur wenige Kilometer von Elten entfernt, darf sich auf eine Jahreskarte im Burgers’ Zoo in Arnheim freuen. Um seinen gestreiften Lieblingen nah zu sein. Was profan klingt und was Tijs auch (noch) nicht wirklich weiß: Es ist ein beachtliches Präsent nach dem größten aller Geschenke. Der an einem Neuroblastom-Krebstumor der schweren Stufe 4 erkrankte junge Erdenbürger ist nach einem fast siebenmonatigen Therapie-Aufenthalt im Children’s Hospital, einer weltweit einzigartigen Spezialklinik für Kinder in Philadelphia/USA, wieder zu Hause. Gesund. Das Sonnenverbot für Tijs, das er in den Staaten auferlegt bekommen hatte, ist aufgehoben. Der Zoo und seine Tiere sind wieder ein greifbares Ziel für die Familie Vermeulen.

„Ich kann mein Glück gar nicht in Worte fassen“, erklärte Tijs’ Großmama Marian Vermeulen freudestrahlend. Und dankte allen Spendern, die den kostspieligen Aufenthalt an der US-Ostküste möglich gemacht hatten. 73 000 Euro kamen über die Stiftung „Geef Tijs en kans“ („Gib’ Tijs eine Chance“) zusammen. Der Ursprung dieser breiten Hilfsaktion lag an der Eltener Tankstelle von Heinz und Horst Derksen. Dort arbeitet Marian Vermeulen.

Das Geld wurde für Flüge, Wohnung, ein Auto gebraucht. Damit die Eltern Pim und Jennifer in den USA bei Tijs sein konnten. Dafür musste Pim den lukrativen Job bei der auf Profiradrennzubehör fixierten Firma Specialized Bicycle Components in ‘s-Heerenberg aufgeben. Sein Sohn genoss Priorität.

Spezielle Immuntherapie

Die schwere Zeit begann wenige Wochen nach der Geburt. Stuhlgang und Urin waren bei dem Kleinen nicht so, wie sie sein sollten. Der Kinderarzt in Doetinchem überwies Tijs nach Nimwegen, wo die Tumor-Erkrankung festgestellt wurde. Dort wurde zügig mit einer Chemotherapie begonnen. Um Neuroblastom aber zu eliminieren, war eine spezielle Immuntherapie in der Klinik in Philadelphia vonnöten.

„Die Heilungschance ohne Therapie wäre 30 Prozent gewesen, mit immerhin 60 Prozent. Eine Garantie gab es aber nicht“, hebt Marian Vermeulen hervor. Von November 2014 bis Anfang Juni weilten der junge Patient und die Eltern in der 1,5-Millionen-Einwohner-Metropole in Pennsylvania. Auch Großmutter Marian war einen Monat lang vor Ort.

„Die Klinik ist für kranke Kinder die letzte Hoffnung. Hier patrouillieren viele Sicherheitsleute an jeder Ecke. Viele Kinder dort haben große Schmerzen, weinen und schreien viel. Tijs hatte eine harte Zeit, hat diese aber gut verkraftet. Auch wenn er jeden Tag stündlich kontrolliert wurde: Temperatur, Blutdruck, Lunge“, fasst Marian Vermeulen zusammen. Immuntechnisch wurde der Junge auf Null gesetzt. Jede kleine Infektion oder Bakterie hätte Lebensgefahr bedeutet. Die Patienten durften auch nicht in die Sonne.

Der lange Atem bei allen Beteiligten zahlte sich glücklicherweise aus. Schnell schlug die Behandlung positiv an. Tijs hatte wenig Nebenwirkungen. „Er hat selbst gegessen, hatte keinen Durchfall. Dafür spricht er noch wenig und läuft nicht rund“, berichtet Marian Vermeulen. Nach dem Sieg über die Krankheit hat Tijs dafür aber nun alle Zeit der Welt.