Eine späte Erleuchtung

Emmerich..  Im Internet über die Verkaufsplattform Ware bestellen und nicht bezahlen – das ist kein Kavaliersdelikt. Dies musste auch ein 27-jähriger Emmericher vor dem Amtsgericht einsehen. Die bestellten Rückleuchten für den eigenen Polo aus dem November verteuerten sich nämlich von einst 120 auf nun 1200 Euro. Das war letztlich die Strafe, die Richterin Dr. Christiane Schmitz dem geständigen Angeklagten auferlegte. Der Staatsanwalt hatte das Doppelte gefordert. Und beim Blick auf acht Eintragungen im Bundeszentralregister mit drei Computer-Betrugsfällen eine Verfahrenseinstellung gegen Auflagen abgelehnt.

Der Angeklagte hatte zwar dem Anbieter der schmucken Leuchten im März die ausstehenden 120 Euro überwiesen. Vermutlich aber nur unter dem Druck der anstehenden Verhandlung. „Es war nicht meine Absicht, nicht zu zahlen“, erklärte der Angeklagte zwar. Nahm aber die Möglichkeit billigend in Kauf.

Das vor fünf Monaten ausbezahlte Arbeitslosengeld von 830 Euro netto im Monat reichte nicht aus, um sich die Auto-Rückleuchten zu leisten. Miete, Strom, einige Versicherungen fraßen die Summe auf. „Das hätten sie wissen müssen. Kann man sich doch leicht ausrechnen“, belehrte die Richterin. „Ich wollte nicht preisgeben, wie schlecht es um meine Finanzen stand“, erklärte der Angeklagt. Verwies dazu auf vertröstende Telefonate mit dem Kläger.

Immerhin: Die Geldlage bessert sich ab Mai. Dann arbeitet der Lkw-Fahrer bei einer Bocholter Firma.