Eine gelbe Giraffe in Praest

Bürgermeister Johannes Diks (l) und Stefan Ventzke (Projektleiter Deutsche Bahn) kamen zum Baustellentermin mit der Presse.
Bürgermeister Johannes Diks (l) und Stefan Ventzke (Projektleiter Deutsche Bahn) kamen zum Baustellentermin mit der Presse.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Für die künftige Straßenüberführung an der Baumannstraße in Praest kommt eine 85 Tonnen schwere Drehbohranlage zum Einsatz.

Praest..  Damit Praest nicht still steht, wenn die Bahnübergänge im Zuge des dreigleisigen Betuwe-Ausbaus geschlossen werden, wird als erstes die Straßenüberführung an der Baumannstraße vorgezogen. Nämlich jetzt. Wie berichtet laufen seit April die Vorbereitungen zum Brückenbau über die Gleise durch die Deutsche Bahn. Jetzt kommt das schwere Gerät zum Einsatz. Seit Mittwoch steht eine 24 Meter hohe und 85 Tonnen schwere Drehbohranlage an der Baustelle. Von weitem sieht sie aus wie eine gelbe Giraffe, findet die Bahn.

Schrankenfrei fahren frühestens ‘16

„Wir freuen uns, dass es nach Jahren des Redens jetzt endlich losgeht“, sagte Bürgermeister Johannes Diks beim Baustellentermin mit der Presse. 5,5 Millionen Euro koste allein die Ersatzbaumaßnahme für den Bahnübergang Kerstenstraße, der komplett geschlossen wird. Gibt es keinen Konsens, muss die Stadt Emmerich 550 000 Euro beitragen. Aber: „Wir streben den Konsens an“, versichert Diks. Bis die anderen Baumaßnahmen dann anlaufen, dauert es noch ein Weilchen. „Ein Planfeststellungsbeschluss ist in 2016 zu erwarten“, schätzt Stefan Ventzke, Projektleiter der Deutschen Bahn.

Die Drehbohranlage bohrt 22 Löcher mit einem 1,20 Meter Durchmesser für 16 Meter lange Bohrpfähle, die der Brücke die Standsicherheit geben sollen. Diese 22 Tiefgründungsfundamente fertigzustellen dauert etwa vier Wochen. Dann müssen die Fundamente mehrere Wochen aushärten, bevor das Brückenbauwerk errichtet werden kann.

Die Brücke wird eine Spannbreite von 19 Metern haben; es müssen ja drei Bahngleise unter ihr her führen. Sechs Meter über die Gleiskante ragt das Bauwerk. Im August wird’s spektakulär, dann werden große Elemente über die Gleise gehoben. „Dafür“, berichtet Stefan Ventzke, „werden die Gleise an einem Wochenende auch gesperrt.“ Per Schwerlasttransport („Das wird nicht einfach“, meint Jochen Kemkes vom Fachbereich Stadtentwicklung bei der Stadt) werden riesige Elemente aus Stahl angeliefert, mit denen eine Art Gußform für die Brücke errichtet wird. Die Brücke wird dann aus Beton gegossen.

Auch ein halber Kilometer Straßenbau ist noch zu bewältigen. Ab der Kerstenstraße wird dann die Baumannstraße angemessen ausgebaut.

Bis die ersten Autos über die Brücke rollen, dauert es bestimmt noch bis 2016, schätzt Ventzke. In jedem Fall wird der Bahnübergang Kerstenstraße nicht vorher geschlossen. Und ab dann muss man in Praest nicht mehr vor geschlossenen Schranken warten.

Trotz des Einsatzes moderner Arbeitsgeräte sei Baulärm nicht zu vermeiden, berichtet die Deutsche Bahn und bittet die Anwohner um Verständnis.

„Wir sind insgesamt mit dem Konzept, wie in Emmerich die Bahnübergänge beseitigt und ersetzt werden, auf einem guten Weg“, sagt Bürgermeister Johannes Diks. Und: „Ich gehe davon aus, dass wir die letzten Fragen in den kommenden Wochen mit allen Beteiligten klären.“ Und ein Konsens erreicht werde.