Einbrecher erbeuten in Rees Tabak im Wert von 20.000 Euro

Jürgen Zießow in seinem Tabak- und Zeitschriftengeschäft in Rees, in das eingebrochen wurde. Zum Schutz wird unterhalb des Glasdaches nun ein Gitter installiert, das die Einbrecher abhalten soll.
Jürgen Zießow in seinem Tabak- und Zeitschriftengeschäft in Rees, in das eingebrochen wurde. Zum Schutz wird unterhalb des Glasdaches nun ein Gitter installiert, das die Einbrecher abhalten soll.
Foto: WAZ FotoPool
Einbrecher stiegen in der Tabakbörse in Rees ein und stahlen Ware im Wert von 20.000 Euro. Seit Januar 2013 gab es circa 40 solcher Einbrüche in Tabakgeschäften und Tankstellen der Region, hat das jetzige Opfer Jürgen Zießow ermittelt. Schon zweimal brachen Täter in diesem Jahr in sein Geschäft ein.

Rees.. Jürgen Zießow, Inhaber der Tabakbörse, bleibt nichts weiter übrig, als wieder einmal sein Geschäft Vor dem Delltor 9 zusätzlich zu sichern. In der vergangenen Woche waren in der Nacht Einbrecher über ein Dachfenster in den Zeitungs-, Tabak und Lotto-Laden eingedrungen und hatten Tabakware im Wert von 20.000 Euro erbeutet.

Das war geschehen: Am vergangenen Mittwoch hatte eine Nachbarin beobachtet, wie gegen 3.45 Uhr ein weißer Lieferwagen am Kiepenkerl hinter dem Tabakwarengeschäft parkte. Zwei Männer trugen schwarze Säcke auf dem Rücken, die sie in den Wagen schmissen. Danach fuhr der Wagen fort, die Männer verschwanden zu Fuß über das Rondell am Kiepenkerl.

Zeugin des Einbruchs rief nicht die Polizei

Da sich die Dame nicht sicher war, ob es sich um einen Einbruch handelte, verständigte sie nicht die Polizei. Wohl aber eine Mitarbeiterin von Aldi, die sich am frühen Morgen gegen 6 Uhr wunderte, dass eine Leiter an dem Gebäude der Tabakbörse angestellt war und offensichtlich das Glasfenster im Dach offen stand. Das Ausmaß des Schadens war beträchtlich – stellte auch die Polizei fest.

Tatsächlich hatten die Täter eine Aluminiumleiter, die, so Jürgen Zießow, Spuren von Farbe aufwies und eventuell von der benachbarten Baustelle von Alexander Herrenmoden stammen könnte, aufgestellt und hatten ein zirka 0,60 mal 1,60 Meter großes Glasfenster aufgehebelt und sich in den Laden heruntergelassen. Hier plünderten sie systematisch die Regale und nahmen in großen Mengen Zigaretten und Tabakpackungen mit. Zurück ließen ein Chaos. Da Jürgen Zießow am Vortag die Bestellung aufgegeben hatte, konnte er der Polizei genaue Auskunft zum Warenbestand geben.

Rund 40 solcher Einbrüche seit Januar 2013

Aus Gesprächen mit Händlern und Kollegen weiß der Geschäftsmann, dass seit Januar 2013 in der Region 40 ähnlich geartete Einbrüche begangen wurden. Ziel der Täter waren Tabakwarengeschäfte und Tankstellen. Bereits am 28. Januar dieses Jahres hatten Einbrecher eine Seitentür zur Tabakbörse Zießow mit Brachialgewalt aufgebrochen und Zigaretten und Co. gestohlen.

„Als ich noch mein Geschäft bei Real hatte, wurden wir zwei mal ausgeraubt.“ Seinem Nachfolger ging es nicht besser. Spektakulär war der Einbruch im Real-Markt im Februar dieses Jahres. Dort hatten die Diebe ein Loch in die Außenmauer geschlagen, um einzudringen. Die Tankstelle an der Jasba wurde ebenfalls mehrfach aufgebrochen.

Die Polizei gehe von Bandenkriminalität aus

Jürgen Zießow ließ gestern einen Gitterboden unter den Glasfenstern installieren. Er hat nicht nur den Ärger und den Schaden, sondern muss auch für die Folgekosten aufkommen, wie erneute Nachrüstung von Sicherungsmaßnahmen und gegebenenfalls eine Erhöhung der Versicherungsprämie.

„Die Polizei geht von Bandenkriminalität aus“, so Zießow. „Das Ruhrgebiet gilt als guter Umschlagplatz für die Beute. Aber sie könnten auch in den Niederlanden vertickt werden, da dort die Zigaretten teuerer sind als hier.“ Jürgen Zießow hat einen Überwachungskamera am Schreibtisch stehen, um sich vor Ladendieben zu schützen. „Zwei Tage vor dem Überfall waren auffällige Personen im Geschäft. Vermutlich haben sie die Lage ausgespäht.“