Ein wirklich launiger Abschied von Michel

Haldern..  In der Einladung zum Neu-jahrskonzert der Strings im Bürger-haus hieß es: „Der Gründer der Hal-dern Strings Georg Michel übergibt mit diesem launigen Abschied die Leitung an seinen Co-Dirigenten Ole Hansen.“ Wer diesen sogenannten „Abschied“ erlebt hat, weiß, dass es kein Abschied war – eher eine Demonstration der Qualifikation dieses famosen Klangkörpers und die Feststellung, dass Michel wohl etwas kürzer treten wird, aber seinen Strings noch länger erhalten bleibt. Georg Michel und Ole Hansen wechselten sich an diesem Abend bei der Leitung der Ensembles ab und servierten mit Schwung und gu-ter Laune ein zweistündiges Pro-gramm mit Beiträgen aus Salon- und Popmusik. Nach der Pause fehlte auch nicht die Rockmusik. Für den Einen oder Anderen der Zuhörer erschien die Auswahl etwas unge-wohnt, aber der große Beifall bei al-len Vorträgen schien den Initiatoren Recht zu geben – es war eben ein wirkliches „Neu“-Jahrskonzert. Dazu gehörten auch Lichteffekte und Bildprojektionen auf der Leinwand. Die beiden Dirigenten hatten mehrfach jugendliche Unterstützung mit Witz und Charme bei der Ankündigung der Programmpunkte.

Schon der Einzug in den Saal be-eindruckte die zahlreichen Besu-cher. Mit dem Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehar betraten sie, vom Jubel der Zuhörer begleitet, den Raum. Die „Tritsch Tratsch Polka“ von Johann Strauß schloss sich an – es waren Stücke von Altmeistern der guten Unterhaltung. Auch Johannes Brahms mit einem ungarischen Tanz fehlte in diesem ersten Block nicht. Hier zeigte Georg Michel mit großem Schwung seine Begabung.

Dann stand Ole Hansen am Pult und bewies seine Professionalität mit Selections from „Hobbit“. Dazu konnte man Szenen aus dem Film auf einer Leinwand über der Bühne sehen – eine einfallsreiche Kombina-tion. Helmut Zacharias, der bekann-te Meister auf der Geige und für vie-le noch in guter Erinnerung, sorgte mit seinem „Boogie für Geigen“ für einen langen Beifall.

Für die Pause hatte man sich eine besondere Attraktion ausgedacht. Im Foyer spielten Cadet Strings, Hal-dern Strings und das Senza Nomine Quartett mehrere Stücke der leichten Unterhaltung. Leider waren sie nur unvollständig zu hören, da naturgemäß die Lautstärke der Gäste in einer Pause groß ist.

Rockmusik und Jazz dominierten im zweiten Teil des Konzertes. Hier bewährte sich die Unterstützung der Strings durch Schlagzeug, Klavier und Kontrabass. Viel Beifall erhielt neben anderen schönen Vorträgen der Song „Sing, sing, sing“ (L. Prima). Ideenreiche Jazz-Improvisationen machten das Zuhören zur Freude. Mit der Zugabe „Amazing Grace“ und einem Dudelsackspieler zogen alle Mitwirkenden aus dem Saal und wurden dabei von einem langen Applaus begleitet und der Feststellung: „Das war köstlich!“