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Ein Truck gegen das Rheuma

08.10.2009 | 07:00 Uhr
Ein Truck gegen das Rheuma

Emmerich. Am Geistmarkt hielt der Rheuma-Truck. 183 Emmericher informierten sich über die Krankheit und ließen sich durchchecken. Früherkennung ist besonders wichtig.

Stau am Geistmarkt! Nein, nicht die heute beginnenden Kanalbauarbeiten sorgten für einen Menschenauflauf. Der weiß-rote Rheuma-Truck, der gestern von elf bis 17 Uhr direkt neben dem Taxistand hielt, war für die Wartezeiten verantwortlich. Insgesam 183 Emmericher nutzten das Angebot des Rheumazentrums Rhein-Ruhr und ließen sich - nach kurzer Zeit im rollenden Wartezimmer - kostenlos vom zehnköpfigen Team untersuchen.

„Mit solch einem Andrang haben wir nicht gerechnet”, wunderte sich der Düsseldorfer Medizinstudent Matthias Reppel, der mit acht Kommilitonen und dem Rheumatologen Volker Fischer-Kahle die Untersuchungen vornahm. In Wesel kamen rekordverdächtige 230 Interessierte, in Duisburg tauchten nur 55 auf. Sie alle erhielten die gleiche Botschaft: „Rheuma ist behandelbar.” Mit diesem Slogan wirbt der Truck und soll so für eine neue Wahrnehmung der Volkskrankheit werben.

Auch Kinder können erkranken

Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung leidet an der Gelenkkrankheit, in Deutschland sind etwa 800 000 Menschen betroffen. „In Emmerich sind es weniger als ein Prozent”, schätzt Fischer-Kahle, „es sind sicher weniger als 300.” Dafür trifft die Krankheit nicht nur alte Menschen sondern in einigen fällen auch Kinder und besonders oft Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.

Deshalb geht es in dem Truck, der besser ausgerüstet ist als so manche Hausarzt-Praxis, vor allem um die Früherkennung. „Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden”, sagt Student Reppel.

Per Fragebogen und Blut-Schnelltest werden Patienten Risikogruppen zugeordnet. Gibt es Anzeichen für eine Erkrankung, folgen weitere Untersuchungen: Gelenkuntersuchung per Ultraschall, eine Blutanalyse im Labor in Düsseldorf und Mikroskopie der Kapillargefäße am Finger.

Danach gibt es Gewissheit. „Viele Patienten denken, sie hätten Rheuma, liegen damit aber falsch”, sagt Fischer-Kahle. Andere wären gerade noch rechtzeitig gekommen. Bis zum Mittag hatten knapp 120 Patienten den Schnelltest gemacht, nur vier davon waren akut erkrankt und werden in den schnell weiter untersucht.

„Die Aktion läuft sehr gut”, freute sich Rheumatologe Volker Fischer Kahle, „der Vorteil ist, dass Patienten schnell Gewissheit haben und so schnell an einen Termin kommen.” Die üblichen Wartezeiten betragen drei bis vier Monate. So lange staute es sich gestern aber nicht.

Piet Keusen

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