Ein Prinz zum Anfassen besuchte Rees

Karl Prinz Löwenstein besuchte auch die Flüchtlingskinder in der Kinderstube in Rees.
Karl Prinz Löwenstein besuchte auch die Flüchtlingskinder in der Kinderstube in Rees.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Karl Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender der Malteser, besuchte erstmals die Zentrale Unterbringungs-Einrichtung für Flüchtlinge und war begeistert

Rees..  Ein Prinz zum Anfassen? Das jedenfalls wollte der Flüchtling aus dem Kosovo selbst einmal ausprobieren, so legte er kurzentschlossen seinen Arm um Karl Prinz zu Löwenstein und wartete darauf, abgelichtet zu werden. Der blaublütige Gast nahm es mit Humor, deutlich erfreut zu sehen, dass keineswegs Trübsal in der von den Maltesern betriebene Zentrale Unterbringungs-Einrichtung für Flüchtlinge am Groiner Kirchweg herrscht.

Gestern war der Vorsitzende des Geschäftsführenden Vorstands des Malteser Hilfsdienstes e.V. gemeinsam mit Sebastian Schilgen, Geschäftsführer der Malteser Werke, und Stephan von Salm-Hoogstraeten, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Münster, erstmal in Rees zu Besuch, um diese durchaus einzigartige Flüchtlingseinrichtung zu besichtigen.

139 Flüchtlinge sind derzeit in der ehemaligen Drogenklinik untergebracht, etwa die Hälfte von ihnen kommen aus dem Kosovo. Die hochkarätigen Besucher dankten der Reeser Stadtverwaltung und den ehrenamtlichen Helfern des Malteser Hilfsdienstes für die schnelle und zeitnahe Umsetzung der Unterbringungspläne, so dass zum 1. März alles für die Ankunft der ersten Flüchtlinge bereitet war. „Für die Flüchtlinge soll es eine Herberge sein. Das ist den Maltesern gut gelungen“, gab auch Bürgermeister Christoph Gerwers das Lob zurück.

„25 Personen arbeiten derzeit in der Einrichtung“, berichtete Einrichtungsleiter Dirk Fahrland den Gästen. „Das Zusammenleben klappt hier sehr gut.“ Seit Mittwoch sind neue Flüchtlinge aus aller Herren Länder, von Indien bis Tadschikistan, eingetroffen. „Sie sind ausgesprochen höflich, packen selbst mit an und bedanken sich für alles“, zeigt sich Fahrland angetan. Derzeit wird übrigens das zweite Neugeborene in der Einrichtung erwartet. „Es wird aber laut Gesetzgebung keine deutsche Staatsangehörigkeit haben“, klärte Fahrland auf. Einmal in der Woche hält ein Arzt aus Rees, der praktischerweise arabisch spricht, hier Sprechstunden ab. Auch ein Impftag wurde angeboten.

Unglaublich spendenbereit

Unglaublich spendenbereit sei die Bürgerschaft. „Und die Kirchengemeinde hat uns gerade Sandkästen versprochen“, berichtete Fahrland. Eine Fußball AG bietet gemeinsame Spiele mit den Flüchtlingen an. Und als die 13-jährige Agnesa alle Bewohner und das Personal derart mit ihrem Gesang begeisterte, ergriff eine Mitarbeiterin die Initiative und besuchte mit ihr und anderen Kindern das Tonstudio in Haldern, wo Klaus-Dieter Keusgen sich gerne bereiterklärte, ihr Lied aufzunehmen, das sie nun stolz, auf CD gebrannt, verschenkt.

Prinz zu Löwenstein war sichtlich begeistert von der Einrichtung, aber auch von den Mitarbeitern, die, wie er erleben durfte, mit Herzblut bei der Arbeit sind. Das Lob der Verantwortlichen ging auch an den Sicherheitsdienst Kötter, mit dem die Malteser sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Die Malteser Werke, die die Flüchtlingsbetreuung übernehmen, stoßen, so Prinz zu Löwenstein, an ihre Kapazitätsgrenzen. Daher sei in Rees ausnahmsweise der Malteser Hilfsdienst eingesprungen, der eigentlich für die ambulante Versorgung zuständig ist, lobte der höchste Malteser auch das örtliche Engagement, über das sich der Geschäftsführer des Stadtverbandes, Frank Postulart, freute.