Ein Garagenflohmarkt läuft auch in Rees

Ein Garagenflohmarkt hat auch in Rees funktioniert.
Ein Garagenflohmarkt hat auch in Rees funktioniert.
Foto: NRZ
Wer den Trödel auf dem eigenen Grundstück richtig bewirbt, der hat auch in einer Kleinstadt Erfolg.

Rees..  Alles muss raus! Nicht nur, wenn in Geschäften Lager geräumt werden, sondern auch, wenn ein Umzug oder nur ein ausgiebiger Frühlingsputz anstehen. In Großstädten sind Garagenflohmärkte der Renner. Aber funktioniert so etwas auch in einer Stadt wie Rees?

Wenn Eltern von Jugend an Jäger und Sammler sind, ist es überaus hilfreich, wenn die erwachsenen Kinder die Initiative ergreifen. „Auf dem Vorplatz der Garage an der Empeler Straße lassen sich prima Tapeziertische für einen Trödel aufbauen“, schlugen sie den Eltern vor, die zögernd zustimmten.

Gut Werbung ist wichtig

Allerdings ist ein Garagentrödel kein Selbstläufer und kann nur funktionieren, wenn er umfassend angekündig wird. Dazu bietet sich das Internet an, in dem es Foren für Garagentrödel gibt, aber auch Kleinanzeigen in der Zeitung und Postings bei Facebook und Twitter. Am Tag selbst wurden in Folie geschweißte DIN A4 Flyer mit Pfeilen versehen an Laternenpfähle geheftet, die abends umgehend wieder entfernt wurden. Wenn man den Flohmarkt im Internet ankündigt, ist es hilfreich, Fotos von Verkaufshighlights hochzuladen. Verkaufsoffene Sonntage, an denen viele Auswärtige die Stadt ansteuern, bieten sich als Termine an.

Der Garagentrödel darf nur auf dem Grundstück stattfinden, nicht auf dem Gehweg ausgeweitet werden. Im Internet findet man dazu rechtliche Hinweise (siehe Kasten). Wichtig ist auch, sich schlau zu machen, welcher Trödel gefragt ist. Dazu bietet sich der morgige Besuch des Trödelmarktes am Bienener Bürgerhaus an.

Werbetechnisch geschickt ist es, einen Tisch mit Gratisartikeln zu bestücken. Was man auch wissen muss: Beginnt der Garagentrödel um 11 Uhr, sind zwei Stunden vorher bereits die ersten Händler in Hab-Acht-Stellung. Allerdings sind diese Profis im Handeln. Ihnen etwas zu verkaufen, hat lediglich den Vorteil, mit einem Startkapital und leichtem Lächeln in den anstrengenden Verkaufstag zu starten.

Große Erlöse für Einzelteile sind beim Garagentrödel selten zu erzielen, doch Kleinvieh macht auch Mist. Gut liefen in Rees Lampen, Kleinantiquitäten, Werk- und Spielzeug, wenig Romane, dafür Bildbände oder Kinderbücher, die die Käufer früher selbst gelesen haben. Gefragt wurde nach Schallplatten und analogen Fotoapparaten. Bilder gab es reichlich, aber wenn nur die kleinste Macke am Rahmen entdeckt wurde, hatte dieser keine Verkaufschance. Wenn Rahmen in Kartons stecken, bekommen sie beim Trödeln einiges an Blessuren ab. Also Vorsicht! Pumps und Vintage-Mode für Männer liefen nicht, obwohl ein Lammfellmantel einen Kunden derart gut kleidete, dass ihm sofort eine Filmrolle angeboten wurde.

Vielerorts organisieren Nachbarn gemeinsam an ihrer Straße einen Garagentrödel. Der Vorteil: Es fallen keine Standgebühren an. Ergo: Kein Risiko, viel Vergnügen.

Angekündigt wurde der Garagenflohmarkt bei Facebook (regionale und überregionale Gruppen), Ebay Kleinanzeigen, markt.com, www.garagenflohmarkt71.de und anderen Flohmarktseiten, alles kostenlos. Zusätzlich als Kleinanzeige in der NRZ und im Stadtanzeiger.

Am Veranstaltungstag wurden Zettel und Poster mit Pfeilen zum Flohmarkt aufgestellt. Dort auch ein Plakat aufgehängt.

Rechtliche und andere wichtige Hinweise zum Garagentrödel sind im Internet zu finden unter www.garagenflohmarkt71.de/tipps-und-rechtliches-zum-flohmarkt. Es dürfen keine Neuwaren angeboten werden, der Garagentrödel darf nicht regelmäßig stattfinden.

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