Eigentumswohnungen in Rees im Bau

Auf dem Eckgrundstück Groiner Kirchweg/In der Selig entsteht ein Mehrfamilienhaus.
Auf dem Eckgrundstück Groiner Kirchweg/In der Selig entsteht ein Mehrfamilienhaus.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Groiner Kirchweg wird ein Haus mit acht Wohnungen gebaut. Dass in der Nachbarschaft die Flüchtling-Erstaufnahmeeinrichtung entsteht, schreckt nicht

Rees..  Am Groiner Kirchweg zwischen L7 und der Straße Zur Windmühle kann man allerorts fleißige Handwerker sehen. Während eine Mannschaft vom Baubetriebshof die Grünanlagen rund um die ehemalige Klinik Horizont auf Vordermann bringt, rollen auf der ehemaligen Schafswiese, neben dem Verbindungsweg zur In der Selig, die Schaufelbagger an. Hier entsteht nämlich ein neuer Wohnkomplex mit Eigentumswohnungen.

Flüchtlinge einbeziehen

Knapp über 1000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, das jetzt von der Simon Vos Bauträger GmbH beackert wird. Das Haus wird im Friesenstil mit rotem Dach errichtet, zu den Erdgeschosswohnungen gehört ein Garten, es gibt ein Garagenhaus und ausreichend Stellplätze. Die Wohnungen, davon vier als Maisonette, sind 64 bis 68 Quadratmeter groß.

„Als wir die Eigentumswohnungen angeboten haben, stand die Klinik Horizont leer, die Folgenutzung war noch nicht bekannt“, erinnert sich Simon Vos. Sehr schnell waren sieben von acht Wohnungen verkauft. Als dann die Gerüchteküche brodelte, machte sich schon der eine oder andere Käufer Gedanken, ob sich die Wohnungen vermarkten lassen. „Da wir ja für die Eigentumswohnungen, die von Kapitalanlegern gekauft wurden, auch die Hausverwaltung übernehmen, können wir nicht sagen: ,Nach uns die Sinnflut!’ Wir bleiben Ansprechpartner“, argumentiert Simon Vos.

Sehr imponiert hat ihm der gestrige NRZ-Bericht über die Willkommenskultur in Kleve. „Das müssen wir hier in Rees auch schaffen. Und ich bin gern bereit, mich einzubringen. Angst lähmt nur, man muss mit dem Thema offensiv umgehen und die Flüchtlinge einbinden“, wünscht er sich.

„Oft reicht die Betroffenheit nur von 20 Uhr bis 20.15 Uhr, wenn die Tagesschau läuft. Dabei sind Flüchtlinge in Deutschland so willkommen wie nie zuvor. Es sind keine Sozial-Schmarotzer, sondern Menschen, die zum Teil hoch gebildet sind.“ So hat Simon Vos eine Berichterstattung über die Flüchtlingssituation in Davos beeindruckt. In dem Ski- und Luftkurort gibt es ebenfalls ein Transitzentrum. Hier kümmert sich nicht nur ein Verein um die Neuankömmlinge, sie werden auch bei der Arbeitssuche unterstützt und sind als Saisonarbeiter in der Gastronomie willkommen. Inzwischen haben einige Reeser sich weiterbilden lassen, um ehrenamtlich künftige Ankömmlinge am Groiner Kirchweg in Deutsch zu unterrichten.

Alte Häuser werden abgerissen

Für Simon Vos bleibt das Wohngebiet rund um Windmühle und Groiner Kirchweg attraktiv. „Es gibt kaum noch freie Grundstücke in Rees. Was wir jetzt vermehrt feststellen, ist die Tatsache, dass die Grundstücke interessant sind, aber nicht die darauf gebauten Nachkriegshäuser, deren Kernsanierung viel zu teuer wird. So wird vermehrt die Altsubstanz auf einem schönen Grundstück gekauft, die dann abgerissen wird.“