Das aktuelle Wetter Emmerich 11°C
Unfall

Dreijähriger fällt in Emmerich von Frachtschiff und ertrinkt

13.06.2012 | 07:55 Uhr
Nach zweistündiger Suche bargen Taucher den Dreijährigen, der in Emmerich von einem Frachtschiff gefallen war. Für das Kind kam jede Hilfe zu spät.Foto: Dirk Schuster/WAZ FotoPool

Emmerich.   Tragischer Unfall in Emmerich: Ein dreijähriger Junge ist am Dienstag gegen 16 Uhr im Sicherheitshafen in einem unbemerkten Moment von einem Motorschiff gefallen und ertrunken. Taucher fanden das Kind schließlich nach zweistündiger Suche unter dem Schiff. Für die Eltern und die Retter waren es Stunden des Hoffens und Bangens.

Das Frachtschiff „Kavenga“ aus Eisenhüttenstadt hatte am Ruheplatz im Hafen neben einem Tankschiff festgemacht. Die Familie wollte in der Stadt Einkäufe erledigen. Während der Schiffsführer kurz zur Toilette gegangen war, muss der kleine Sohn die Kabine verlassen haben.

„Als der Vater dies bemerkte, rannte er hinaus und sah nur noch Luftblasen im Wasser. Er sprang sofort hinterher“, berichtete der Einsatzleiter der Emmericher Feuerwehr Martin Bettray. „Das war das einzig Richtige.“

Hubschrauber und Wasserrettung

Doch er fand den Jungen nicht und alarmierte um 15.50 Uhr die Feuerwehr, die sofort eine große Rettungsaktion einleitete. Hubschrauber mit Wärmebildkamera, die Wasserschutzpolizei, die DLRG Wasserrettung aus Goch, Taucher aus Weeze, sowie mehrere Mehrzweckboote verschiedener Löschzüge, auch aus benachbarten Gemeinden, und die Taucherstafffel der Berufsfeuerwehr Duisburg suchten das Kind. Kann es hinaus auf den Rhein getrieben sein? Gibt es hier eine Unterströmung? Viele Fragen galt es für Polizeipressesprecher Manfred Jakobi zu beantworten. „Wir lassen nichts unversucht“, versicherte er.

Junge fiel über Bord

Bald schon war ein Notfallseelsorger vor Ort, der die Mutter während der endlos erscheinenden Wartezeit betreute, und obwohl allen Beteiligten klar war, dass das Kind nur tot geborgen werden konnte, ließen die Einsatzkräfte in ihrem Bemühen nicht nach. Zuvor war das Schiff durchsucht, Klappen und Luken gecheckt worden, in der Hoffnung, dass der Junge irgendwo an Bord spielen wollte.

Kind sank unter das Schiff

Die Taucherstaffel der Berufsfeuerwehr Duisburg war es schließlich, die nur Minuten nach ihrem Eintreffen das Kind unter dem Schiff auf dem Boden fand und es den Rettungskräften an Bord übergab. An Deck wurden sofort Reanimationsversuche eingeleitet. Bange Minuten, die an den Nerven aller Einsatzkräfte zehrten und tiefe Betroffenheit auslösten.

„Es gab einen Fall, dass nach 20 Minuten ein kleines Kind, das in einen Teich gefallen war, wiederbelebt werden konnte“, machte Jakobi Hoffnung. Vergebens: Nach 20-minütigen Reanimationsversuchen waren keine Lebenszeichen auszumachen.

Mit Jungen im Arm aufgetaucht

„Wir haben uns an der Stelle, wo der Vater die Luftblasen gesehen hat, abgeseilt und die Stelle dann in großen Kreisen abgesucht und abgetastet“, berichtete Taucherführer Ralf Groell nach dem Einsatz. Einer seiner Männer war mit dem Kind im Arm aufgetaucht. Neben dem Notfallseelsorger an Bord hatte sich Pastor Paul Seesing mit den Einsatzkräften im Mannschaftswagen der Feuerwehr zurückgezogen.

Die Polizei hatte den Einsatzbereich weiträumig gesperrt, später auch für Passanten. So war es für die Einsatzkräfte, die am Ufer ausharrten, der traurigste Moment, als sie erkennen konnten, wie die Reanimationsversuche endeten.

Auf Wunsch der Eltern wurde der kleine Junge zum Abschiednehmen ins Deckshaus getragen. Es waren Stunden, die jedem am Einsatzort nahe gingen.

Elisabeth Hanf



Kommentare
15.06.2012
11:57
Dreijähriger fällt in Emmerich von Frachtschiff und ertrinkt
von Egometer | #2

Ein Schiff, der Strom und ein Hafen, ist kein Platz für Kinder !

14.06.2012
09:58
Dreijähriger fällt in Emmerich von Frachtschiff und ertrinkt
von meuer4 | #1

Ein Albtraum für Eltern!!!!

Den Eltern kann man nur wünschen, dass sie dennoch irgendwie wieder froh werden.

Allen Rettern und Helfern wünsche ich, dass sie die schlimme Erfahrung gut verarbeiten können.

Aus dem Ressort
Probleme mit dem Fahren bei Nacht
Gutes Sehen
Viele Autofahrer empfinden das Fahren bei Dämmerung als Stress. Weil von ihnen Lichtpunkte als flirrende Sterne wahrgenommen werden. Die richtige Brille kann Abhilfe schaffen.
Abpfiff für weitere Kürzungen
Politik
Aufatmen bei den Fußballvereinen in Isselburg. Den Clubs werden keine weitere Sparmaßnahmen auferlegt. Auch das zwischenzeitlich angedachte Gutachten, das ein externes Unternehmen erstellen müsste, ist vom Tisch. Dies beschloss der zuständige Fachausschuss für Jugend, Schule, Sport, Kultur und...
Zehn Jahre Technische Werke Emmerich
Abwasser
Alle Skepsis ist längst verflogen. TWE saniert Kanalnetz und modernisiert Klärwerk. Im Auftrag der Kommunalbetriebe.
Eltener Baubeginn schon in 18 Monaten möglich – ohne Klage
Betuwe-Bahntrasse
Die Deutsche Bahn informierte in Elten über ihre konkreten Pläne, die Bahntrasse auf drei Spuren zu erweitern und die Bundesstraße 8 dafür an den Eltenberg zu verlegen. Sollte es in den nächsten sechs Wochen keine Klagen geben, wäre ein Baubeginn schon 18 Monaten möglich.
Regierungspräsidentin gratuliert Gasthaus-Stiftung
Jubiläum
Älteste Stiftung im Regierungsbezirk hat noch viel vor. Sie kaufte das marode Haus auf der Steinstraße 13 und baut es neu auf. Auch Engagement am Neumarkt wird geprüft.
Frage der Woche

Quo vadis Embrica? Die CDU-Fraktion beantragt einen Masterplan für die Innenstadt. Ein Gutachter soll damit beauftragt werden, die City mal richtig auf den Kopf zu stellen und alles auszuloten, was möglich ist. Welche Potenziale hat Emmerich? Das Ergebnis soll als Basis für politische Entscheidungen über Jahre dienen. Zugleich mehren sich aber auch die Stimmen, die sagen: Emmerich braucht keinen Masterplan.

Die Frage: Ist ein Masterplan für die City sinnvoll?

So haben unsere Leser abgestimmt

Ja, die Innenstadtplanung muss mal aus einem Guss kommen.
22%
Ja, die Gesellschaft ist im Wandel, die Stadtplanung muss sich anpassen.
14%
Ja, die Verwaltung wäre mit dieser Aufgabe überfordert.
3%
Masterplan hier, Arbeitskreis da. Es wird zu viel diskutiert und zu wenig gehandelt.
25%
Nein, die Ergebnisse werden eh nicht konsequent umgesetzt.
9%
Nein, die Gutachter kosten nur viel Geld. Die Erkenntnisse sollen sich Politik und Verwaltung selbst erarbeiten.
27%
343 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Oktoberfest Isselburg
Bildgalerie
Volksfest
Erst Haxen, dann Enzian
Bildgalerie
Oktoberfest
Freibier-Verlust
Bildgalerie
Reeser Kirmes
Bunter Rasen
Bildgalerie
Sommerfest