Dirty Dancing mit der Klobürste

Foto: FUNKE Foto Services

Haldern..  Mit hundertfachem Füßegetrampel startete es – und endete mit stehenden Ovationen und rhythmischem Klatschen: Die gut 330 Frauen im Saal Tepferdt waren begeistert von Ottis Auftritt. Auf die Bühne war Otti, alias Maria Ehringfeld, mit ihrem Rennauto gefahren – so jedenfalls bezeichnete sie ihren Rollator. Der sollte noch eine wichtige Rolle im Laufe ihres Bühnenauftritts spielen. Mit einer guten Mischung aus verrückten Tänzen, lustigen Bütten und heiteren Szenen unterhielten die gut 20 Akteurinnen der Kfd aus Haldern ihre weiblichen Gäste und natürlich auch die örtliche katholische Geistlichkeit.

Helene Fischers Ohrwurm

Schon der Auftakt des Nachmittags begeisterte, hatten die Kfd-Frauen doch ein Thema gewählt, dass fast alle Bürger von Rees zum Jahresende in Aufregung versetzt hatte: der missglückte Mülltonnentausch. Dafür wurde Helene Fischers Ohrwurm umgetextet in „Atemlos durch die Nacht, welche Tonne wird gebracht, atemlos durch die Nacht, spür’ was Schönmackers mit uns macht ...“

Vor jedem neuen Programmpunkt tauchte Marianne Diehl in der roten Waschbütt anno dazumal auf, um die neuen Akteurinnen anzukündigen. Erst einmal monierte sie, wie unterschiedlich die Charaktereigenschaften gewertet werden, je nachdem, ob Mann oder Frau sie haben. „Sind Männer lebenslustig, heißt es bei Frauen vergnügungssüchtig, legere Kleidung ist beim Mann salopp, eine Frau wird gleich als Schlampe bezeichnet“, machte sie Beispiele, wodurch der Bogen zum nächsten Sketch gespannt war. „Auf zur Modenschau“ hieß der. Dabei wurde auch der „vorletzte modische Schrei“ auf dem Catwalk gezeigt. „Wieso vorletzter?“, kam die Nachfrage. „Weil den letzten mein Gregor ausstößt, wenn er die Rechnung sieht“, war die Antwort von Lydia van den Boom.

Beim Dirty Dancing stand sie noch einmal mit Claudia Boshuven und Ruth Langenberg auf der Bühne. Sie zeigten flotte Tänze in lila Kittelschürzen, während sie im Rhythmus der Musik mit Feudel, Wischmopp, Klobürste und Putzeimer wedelten. Hierfür gingen die Frauen im Saal erstmals an die Gewehre und zündeten eine Rakete.

Herrlich auch die beiden Frauen im besten Alter. Irmgard Drost und Luzie Uebbing verwandelten sich im Laufe des Sketches von Raumpflegerinnen in Vamps, die auf Männerfang gingen. Belohnt wurden sie mit einer La-Ola-Welle.

Urkomisch auch die Szene im Kaufhaus, bei der Stift (Gerda Winter) eine Lektion in Sachen „gutes Verkaufsgespräch“ von Marita Brücker und Sabine Fischer erteilt werden sollte! Oder die Szene, bei der Stina (Dorothee Giesen) das verschriebene Zäpfchen für ihren Wilm (Maria Ehringfeld) für eine Tablette hielt und damit „datt Läwerworst-Bötterken“ belegte.

Ein insgesamt schönes dreieinhalbstündiges Programm bei dem auch die Kfd-Tanzgruppe unter Leitung von Margret Komescher begeisterte. Maria Ehringfeld, für die ebenfalls eine Rakete gezündet wurde, endet mit dem Satz: „Humor ist das Salz des Lebens. Und habt ihr immer genug davon, dann könnt Ihr Euch selbst pökeln!“