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Politik

Diese Hände wollen anpacken

10.02.2012 | 18:44 Uhr
Diese Hände wollen anpacken
Diese jungen Hände halten zusammen und wollen in Emmerich etwas anpacken.

Emmerich.   Nachwuchssorgen hat die CDU nicht. Die Junge Union ist in der Fraktion schon jetzt stark vertreten. Wir stellen sie vor.

Die Christlich Demokratische Union (CDU) macht derzeit andere Parteien in Emmerich neidisch. Und zwar in punkto Nachwuchs. Während Rot, Gelb, Grün und Co. mit der Politikverdrossenheit der Jugend zu kämpfen haben, ist die Junge Union (JU) bei den „Großen“ – nämlich in der Fraktion – bereits stark vertreten. Und sie mischt mit. Zunehmend macht sich der politische Nachwuchs in der Öffentlichkeit bemerkbar. Mit einem Paukenschlag äußerte sich die JU 2011 zum Beispiel für eine große Gestaltungslösung am Neumarkt (die NRZ berichtete).

Sind diese jungen Gesichter womöglich die Ratsmitglieder, Bürgermeister, Landtags- oder sogar Bundestagsabgeordneten der Zukunft? Immerhin geben sie alle an, sie seien in die Politik gegangen, um etwas zu verändern.

Wer sich engagiert, darf auch meckern

„Viele denken, junge Menschen können nichts bewegen. Wir wollen den Konterpart zur Politikverdrossenheit darstellen“, sagt Marcel Werner, der Vorsitzende der JU. Die Jungpolitiker kennen sich zum Teil auch privat und konnten sich so gegenseitig animieren, aktiv zu werden. „Es gibt genug Leute, die meckern, aber nichts tun. Politisches Engagement ist die Legitimation zu meckern“, sagt Sigmar Peters, stellvertretender JU-Vorsitzender. Er ist sozusagen der alte Hase unter den jungen Hüpfern und seit zehn Jahren in der JU.

Die CDU macht dem Nachwuchs den Einstieg leicht: „Wir werden sehr unterstützt und müssen nicht erst eine Ochsentour mitmachen, bevor wir mitreden können“, sagt Matthias Reintjes, dessen Familie auch politisch aktiv ist. Während nach außen natürlich in erster Linie die führenden Köpfe der Fraktion sprechen, werde intern anregend diskutiert. Und da habe auch das Wort der jungen Generation durchaus Gewicht, versichert das aufstrebende Quintett beim Besuch in der NRZ-Redaktion.

Marcel Werner räumt ein, dass die JUler sich zunächst noch einarbeiten mussten, bis sie die ganzen Abkürzungen von ASE (Ausschuss für Stadtentwicklung) bis KBE (Kommunalbetriebe Emmerich) drauf hatten.

Frauen sind gut vertreten

Auch dass mit Lea Diks und Sarah Hoffmann zwei junge Damen im politischen Karussell mitwirken, sei selbst im Vergleich zu anderen JU-Verbänden eine Seltenheit, erklärt Marcel Werner. Diks, die Tochter des Bürgermeisters, habe natürlich von Hause aus schon viel mitbekommen und kenne viele Politiker persönlich.

Außer den eher klassischen Jugendthemen wie dem Nachtleben, möchte die JU auch die „harten“ Themen angehen. Zum Beispiel die Betuwe: „Da arbeiten wir uns gerade ein“, sagt Werner. Immerhin steht die Planfeststellung Praest/Vrasselt ja bald bevor.

Der sechste Nachwuchs-Politiker bei den Fraktionsversammlungen soll nicht verschwiegen werden: Bastian Damen (24): Azubi bei Gimborn, stellv. Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Emmerich Mitte, stellv. Vorsitzender der JU Emmerich, Mitglied im Schulausschuss.

Die Gesichter der Jungen Union:

Will der Politik etwas flüstern:

Matthias Reintjes (23): Studiert Politik-Management, Public Policy, öffentliche Verwaltung an der NRW School of Governance, Stellv. Vorsitzender Kreis-JU und des Stadtverands Emmerich, Beisitzer Kreisvorstand, Beisitzer CDU Elten, Mitglied Ausschuss für Stadtentwicklung, stellv. Mitglied im Auschuss der KBE.

Wohin könnte die politische Karriere führen? „Bei der nächsten Wahl gerne in den Stadtrat. Beruflich möchte ich auf jeden Fall nah an der Politik bleiben. Etwa in der Verbandsarbeit, bei Nicht-Regierungs-Organisationen oder PR-Agenturen.“

„Fachfrau“ für Jugendarbeit

Sarah Hoffmann (19): Schülerin, Beisitzerin im CDU-Ortsverband Praest, stellv. sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss Emmerich.

Inhaltliche Schwerpunkte? „Jugendarbeit! Davon haben wir am meisten Ahnung. Außerdem kann man auch bei kleinen Dingen etwas bewirken. Ich möchte die Anliegen der Bürger in die Politik tragen.“

Wohin könnte die politische Karriere führen? „Mal abwarten, wie es sich beruflich entwickelt. Das Ziel ist schon, möglichst weit nach oben zu kommen – im Einklang mit dem Beruf.“

Strippenzieher im Hintergrund

Sigmar Peters (29): Jurist, Schriftführer des CDU-Stadtverbandes Emmerich und des Ortsverbandes Hüthum, stellv. Vorsitzender der JU Emmerich, Mitglied im Kulturausschuss, stellv. Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Inhaltliche Schwerpunkte? „Die Jugend. Ich würde mir wünschen, dass das Nachtleben in Emmerich belebt wird. Und die Innenstadtentwicklung liegt mir am Herzen.“

Wohin könnte die politische Karriere führen? „Berufspolitiker eher nicht, vielleicht Ratsmitglied. Ich bin eher ein Strippenzieher im Hintergrund.“

Sie will sich einmischen

Lea Diks (19): Schülerin, stellvertretende Vorsitzende der JU in Emmerich, stellvertretende sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss Emmerich.

Inhaltliche Schwerpunkte? „In der Jugendarbeit kann man einiges bewegen. Ich will mich einmischen und über die Aktualität Bescheid wissen.“

Wohin könnte die politische Karriere führen? „Die Politik bleibt für mich ein Hobby und wird kein Beruf. Ich halte mich eher im Hintergrund.“ Sie wird also eher nicht in die Fußstapfen ihres Vaters, des Bürgermeisters Johannes Diks, treten wollen.

Träumt vom Bundestag

Marcel Werner (18): Schüler, Vorsitzender der JU Emmerich, stellv. Mitglied im Ausschuss der Kommunalbetriebe Emmerich.

Inhaltliche Schwerpunkte? „Ganz klar, die Jugend in Emmerich.“ Sei es, um etwas auf die Beine zu stellen, wie das Soccerturnier. Oder um Stellung zu beziehen, wie 2011 bezüglich der Neumarkt-Diskussion.

Wohin könnte die politische Karriere führen? „Alle Wege sind offen, je nachdem, was mir angeboten wird. Aber wenn ich mal träumen darf: Landtags- oder Bundestagsmitglied wäre schon toll.“

Marco Virgillito

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Kommentare
11.02.2012
10:13
Junge Hände wollen anpacken
von buergervomniederrhein | #2

Jugend "vor" ist sicher gut in und für Emmerich, wo eine Seniorenvertretung etabliert wurde und eine Jugendvertretung in der Vergangenheit scheiterte, weil sie nicht so richtig an die Hand genommen wurde. Der Stadtverbandsvorsitzende mit der CDU-Fraktion ist gut beraten, die engagierten Jungen frühzeitig zu fördern und wie auch immer zu unterstützen. Bloss, ob die Alten dafür ihre sicher geglaubten Pöstchen auch zur Verfügung stellen? Eher nicht.

11.02.2012
07:40
Diese Hände wollen anpacken...
von KommentarvonFritz | #1

Gut so, wenn sich die Jugend in der CDU ein eigenes Profil gibt. Aber bitte auch die "Beispielgeber" aus den eigenen Reihen kritisch begleiten! Für zukünftige Politiker hilft sicher auch ein kritischer Blick über Emmerichs Kirchtürme bis hin in das Kanzleramt und Schloss Bellevue. Im übrigen: Nicht meckern, sondern Verantwortung übernehmen, aber auch die Folgen seines eigenen Handelns sind Erziehungswerte die Jungpolitiker anstreben sollten; Fairplay eingeschlossen.

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