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Bandendiebstahl

Diebesbande knackte Spielautomaten mit Vorschlag-Hämmern

05.01.2016 | 04:00 Uhr
Diebesbande knackte Spielautomaten mit Vorschlag-Hämmern
Am 13. Juli 2015 wollte die Bande erneut in die Spielhalle an der Rudolf Diesel Straße einbrechen. Die Polizei schnappte sie dabei.Foto: Diana Roos/Funke Foto Services

Emmerich/Rees.   Wegen schweren Bandendiebstahls stehen drei junge Männer vor Gericht. Mit Brachialgewalt sollen sie in Spielhallen am Niederrhein eingebrochen sein.

Drei Männer müssen sich vor dem Landgericht wegen schweren Bandendiebstahls verantworten. Sie hatten u.a. Spielautomaten in Emmerich und Rees ausgeraubt. Sie sollen sich zwischen April und Juli vergangenen Jahres aufs Knacken von Spielautomaten spezialisiert haben, unter anderem in Emmerich und Rees. Dann, am 13. Juli, wurden die Männer, die nun angeklagt sind, geschnappt. Weil sie sich auch mehrmals ein und dieselbe Spielothek vorgenommen hatten, lauerten diesmal Polizeibeamte nachts vor der Merkur Spielothek an der Rudolf-Diesel-Straße in Emmerich – und packten das Trio. Seit Montag müssen sich die 23, 26 und 27 Jahre alten Männer vor dem Landgericht Kleve verantworten – wegen schweren Bandendiebstahls.

50.000 Euro Beute, 200.000 Euro Sachschaden durch Demolierung

Laut Anklage soll das Trio, das am Montag in Handschellen in den Schwurgerichtssaal auf der Schwanenburg geführt wurde, nachts auf Beutezug gegangen sein. In fünf Fällen schlugen die maskierten Männer mit Vorschlag-Hämmern die Spiel- und Geldwechsel-Automaten kurz und klein und entwendeten den Inhalt. In Rees im Casino Royal erbeuteten die Täter aus Spielautomaten und einem Tresor am 24. Mai 2015 rund 30 000 Euro, in Emmerich am 3. Juli aus drei Automaten der Merkur Spielothek 1800 Euro, in Kevelaer waren es am 20. Mai 8500 Euro. Insgesamt sollen die Männer laut Anklage gut 50.000 Euro erbeutet haben. Gleichzeitig richteten die Täter durch ihr brachiales Vorgehen einen Sachschaden von rund 200.000 Euro an.

Leicht, erzählte einer der Angeklagten, hätten es er und seine Familie, die dort lebt, nicht. „Bei uns sind alle sehr, sehr arm“, schilderte er dem Vorsitzenden Richter Gerhard van Gemmeren die extrem schwierigen Lebensbedingungen in der Heimat. Wie sein Cousin, der ebenfalls auf der Anklagebank sitzt, habe er sich daheim durch Schwarzarbeit sein Geld verdient. Als Tagelöhner in der Landwirtschaft hätte er fünf Euro am Tag erhalten. Sein 26-jähriger Vetter ist zwar gelernter Sanitär- und Heizungsbauer, hatte in dem Job auch gearbeitet, konnte in Rumänien aber dann keine Beschäftigung mehr finden. In Deutschland hätten beide ebenfalls keinen Job bekommen und deshalb weiter Schwarzarbeit gemacht.

Der 27-Jährige, der mit dem 23-Jährigen befreundet ist, hatte jahrelang als Maler, auch als Kfz-Mechaniker, gearbeitet, aber später ebenfalls in seiner Heimat keinen Job gefunden. Er ließ durch seine zwei Anwälte das Gericht wissen, dass er nur bei zwei der sechs Beutezüge dabei gewesen sei. Bei den anderen Straftaten sei er noch gar nicht in Deutschland gewesen.

Bei der Festnahme warf einer der Angeklagten den Hammer auf Polizisten

Wie genau die fünf Diebstähle abgelaufen sind, konnte ein Polizeibeamter anhand von Video-Aufzeichnungen dem Gericht dokumentieren. Zunächst wurden die Glastüren der Spielhallen eingeschlagen, dann die Automaten mit Brachialgewalt zerstört und das Geld samt Kassetten mitgenommen. „Das Ganze hat keine zehn Minuten gedauert“, bestätigte der Beamte.

Auffallend sei gewesen, dass nach der Festnahme in Emmerich am 13. Juli 2015 die Einbruchserie abrupt abgerissen sei, so der Polizist. Insgesamt hatte es 32 solcher Einbrüche auf Spielhallen gegeben. Obwohl bei der Festnahme einer der Täter einem Polizisten einen Vorschlaghammer entgegen geschleudert hatte und dieser eine Platzwunde am Kopf erlitt, muss sich keiner der drei wegen Körperverletzung verantworten. Grund: Der Wurf kann keinem der Männer nachgewiesen werden.

Der Prozess wird am 25. Januar um 9 Uhr in Kleve fortgesetzt.

Wolfgang Remy

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Diebesbande knackte Spielautomaten mit Vorschlag-Hämmern
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2016-01-05 04:00
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