Die ganze Wohnung als Galerie

Maria Govers auf ihrem Balkon mit herrlicher Aussicht und ihrem Lieblingsbild.
Maria Govers auf ihrem Balkon mit herrlicher Aussicht und ihrem Lieblingsbild.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Maria Govers aus Elten lebte 60 Jahre in den Niederlanden. Dort erlernte sie die Hindeloopener Bauernmalerei. Jetzt lebt die 85-Jährige wieder in ihrer alten Heimat

Elten..  Wenn sich die Fischer und Schiffer langweilten, griffen sie zu Farbe und Pinsel. Und bemalten so ziemlich alles, was ihnen unter die Finger kam. Gebrauchsgegenstände wie Milchkannen und Ascher, aber auch Bauernschränke und Beddekast. Daraus entwickelte sich an der niederländischen Küste ein eigener Kunststil: in Assendelft, auf Ameland oder im friesischen Hindeloopen am Ijsselmeer. In Hindeloopen kam die gebürtige Eltenerin Maria Govers, geb. Gudde, zum ersten Mal in Kontakt mit der dort gepflegten Bauernmalerei.

Die heute 85-Jährige war vor 60 Jahren der Liebe wegen nach Oss in Nordbrabant gezogen. Plötzlich starb dann ihr erster Mann: „Um das zu verarbeiten, habe ich mit der Malerei angefangen.“ Sie besuchte die Volksakademie in Oss, dann schaute sie der Malerin Jopi Jansen über die Schulter.

Doch angefangen hat die künstlerische Karriere von Maria Govers bei einem berühmten Niederrheinmaler. Als junges Mädchen ging sie zu Bernd Terhorst auf Gut Voorthuizen, um zu lernen und zu malen: „Ich war Mädchen für alles.“ Doch dann starb 1947 ihre Zwillingsschwester, und sie musste zurück nach Hause. Schon Bernd Terhorst war es aufgefallen: das Streben von Maria Govers nach Perfektion. „Ich bin ganz genau“, sagt sie von sich selbst. Wenn sie sich ihre Werke anschaut, dann fällt ihr Blick auch immer auf die kleinen Fehler: „Dann sage ich mir: Das hättest du anders machen müssen ...“

Vor zwei Jahren ist Maria Govers nach Elten zurückgekehrt und wohnt in einem schmucken Neubau mit herrlichem Ausblick auf den Eltenberg. Sie ist glücklich, wieder in der Heimat zu sein. Die Staffelei hatte sie zuerst im Keller verstaut, aber inzwischen mitsamt Malzeug in ihre Wohnung hochgeholt. Vor allem, um interessierten Frauen die Bauernmalerei beizubringen. Die Wohnung von Maria Govers ist voll von ihren eigenen Bildern, in Öl oder Acryl, natürlich auch von Hindeloopener Sachen mit den typisch floralen Motiven in Rot, Grün und Dunkelblau – die eigenen vier Wände als Galerie.

Putzig sind die Mini-Klompen, der ganze Stolz ist der Wandteller, für den sie mehrere Preise und auf Kunsthandwerkermärkten viele anerkennende Blicke eingeheimst hat. Und gut verkauft hat sie ihre Sachen auch.