Die Feuerwehrauto-Ausstatter

Die Brüder Elmar (re.) und Wilfried Pütting leiten das erfolgreiche Familienunternehmen in Haffen.
Die Brüder Elmar (re.) und Wilfried Pütting leiten das erfolgreiche Familienunternehmen in Haffen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Fahrzeugbau-Firma Pütting aus Rees-Haffen hat sich auf Sonderausbauten spezialisiert. In zwei Jahren will man pro Jahr 500 Fahrzeuge umbauen und neue Jobs schaffen.

Haffen..  Das Feuerwehr-Gerätehaus von Haffen-Mehr liegt gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Doch so viele Einsatz-Fahrzeuge können die Löschmänner im Ort gar nicht haben, dass sie die auf dem Gelände der Fahrzeugbau-Firma Pütting parken. „Das sind Feuerwehrautos aus dem gesamten Bundesgebiet“, erklärt Geschäftsführer Elmar Pütting. Die Firma hat sich seit 1994 auf den Ausbau von sogenannten Sonderfahrzeugen spezialisiert.

Und von denen stehen gleich Dutzende auf dem Hof. „Gerade eben wird ein Einsatzleiter-Wagen für die städtische Feuerwehr aus Schleiden ausgeliefert“, erklärt der 54-Jährige, während die künftigen Besitzer lautstark das Martinshorn prüfen.

Im nagelneuen, feuerwehrroten Mercedes Sprinter wird unter anderem auch der Digital-Funk getestet. „Je nach Kundenwunsch statten wir die Fahrzeuge mit allem aus, was gewollt wird“, sagt der gelernte Maschinenbauer, der die Firma mit Bruder und Betriebsleiter Wilfried Pütting lenkt.

Die Fahrzeuge werden übrigens nagelneu im Werk bestellt, „kommen aber quasi nackt hier in Haffen an“, erzählt Elmar Pütting. Bis zu einem Jahr kann es dann dauern, bevor die Kunden ihre Spezialfahrzeuge abholen können. Wobei nicht nur die Feuerwehren wie die der Stadt Emmerich, Rees oder Xanten zur Kundschaft zählen. „Gerade sind 34 orange-farbene Renault-Transporter eingetroffen, die wir für StraßenNRW zu Strecken-Kontroll-Fahrzeugen ausbauen“, so der Unternehmer.

15 Mitarbeiter beschäftigt

Zu tun haben die mittlerweile 15 Karosseriebauer, Elektriker und Schlosser jedenfalls jede Menge. Baute Pütting in den ersten Jahren nur ein Dutzend Sonderfahrzeuge um, sind es heute pro Jahr gut 350. Und sie alle werden nach ganz klaren Vorgaben hergerichtet, sprich nach EU- und Bundesnormen, auch nach Landesvorgaben.

„Da gibt es schon Unterschiede von Bundesland zu Bundesland“, erklärt der Geschäftsführer. Wobei nicht nur komplizierte Umbauten an den Fahrzeugen gemacht werden. So steht etwa in der Werkstatt ein Dacia-Geländewagen, der einen Bodenschutz aus Aluminium erhält. Auftraggeber ist der bayrische Staatsforst, weil Pütting einen Rahmenvertrag mit der Behörde hat. 300 Fahrzeuge aus dem Süden wurden deshalb schon in Haffen nach den Wünschen des Bayern-Forstes hergerichtet.

Ganz unterschiedliche Wünsche haben auch die Feuerwehren, für die die Haffener pro Jahr die Hälfte aller Aufträge, also etwa 180 Lösch- und Einsatzwagen, erledigt. In Deutschland, sagt Elmar Pütting, gibt es 20 Firmen, die wie er Sonderfahrzeuge herrichten. „Jeder hat sich auf ein Gebiet spezialisiert“, so der erfolgreiche Geschäftsmann.

Die Püttings, die mittlerweile in der vierten Generation in Haffen als Unternehmer tätig sind und 1871 mit einer Dorfschmiede begonnen hatten, wollen jedenfalls weiter wachsen. „Unser Ziel ist es, in zwei Jahren gut 500 Sonderfahrzeuge im Jahr auszubauen“, so die Brüder. Dafür soll die Belegschaft dann auf 23 Mitarbeiter wachsen.

Potentielle Kundschaft dürfte es reichlich geben. Denn neben Feuerwehr- und Zivilschutz-Fahrzeugen, etwa für Notärzte, stattet Pütting ebenso Wagen für Behinderten-Transporte, den Zoll oder gewerbliche Autos wie beispielsweise Taxis mit Sonderausstattungen aus.

Natürlich werden die Fahrzeuge noch technisch vor der Auslieferung auf Herz und Nieren geprüft. Pütting: „Dafür kommt eigens der TÜV ins Haus!“