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Feinstaub

Dicke Luft um schlechte Luft in Elten

10.01.2011 | 17:38 Uhr
Dicke Luft um schlechte Luft in Elten
Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool

Elten.An 30 Tagen wurden Feinstaub-Grenzwerte an der Schmidtstraße in Elten im Jahr 2010 überschritten. 35 Tage hätten dem Dorf geholfen

Die Feinstaubmessungen in der Schmidt­straße sind abgeschlossen. Leider sind die erforderlichen 35 Überschreitungen der Grenzwerte in 2010 nicht zusammen gekommen. „Es waren 30 Überschreitungstage, laut vorläufiger Daten“, erklärt Dr. Klaus Vogt vom Landesumweltamt (kurz Lanuv).

Kein Luftreinhalteplan
nach EU-Recht

Eben deshalb steht der Messcontainer auch nicht mehr in Elten. Ein zweites Jahr wäre nur gemessen worden, wenn es 35 Überschreitungen mit Werten über 50 Mikrogramm pro Quadratmeter gegeben hätte. Somit greift auch nicht der Luftreinhalteplan nach EU-Recht, der spätestens im Oktober 2012 hätte stehen müssen. Schade, denn dieser hätte sicherlich eine Form von Verkehrsberuhigung mit sich gebracht, die sich die Eltener ja wünschen.

„Trotzdem sind die Messungen gut gelaufen“, findet Dr. Vogt. Die Stadt Emmerich sei aktiv, arbeite gut mit der Bezirksregierung zusammen und strebe die Verbesserung der Luft in Elten an. Denn die Luft sei – Grenzwerte hin oder her – schlecht, betont Dr. Vogt.  Wie oft berichtet, fahren viele Lkw durch die Straße im Ortskern, müssen verkehrsbedingt bremsen, wieder anfahren und verpesten die Luft. Die relativ hohe Häuserfront auf beiden Straßenseiten begünstigt Feinstaubablagerungen.

Die Messungen fingen verheißungsvoll an. Bis März 2010 standen bei Südostwind 17 Überschreitungstage zu Buche. Dann, so Dr. Vogt, drehte sich der Wind und blies aus Südwesten durch die Schmidtstraße. Das hatte zur Folge, dass der Feinstaub sich eher auf der anderen Straßenseite ablagerte, wo die Station nicht misst. Eine andere Messung sei nicht praktikabel, betont der „Messknecht“ der Lanuv, wie Dr. Vogt sich augenzwinkernd bezeichnet.

Die Chance über den Emmissionsschutz etwas für den Eltener Verkehr zu erreichen, ist somit vertan. Das bedauert auch Dr. Stefan Wachs, der Erste Beigeordneter. Der Stadt bleibe jetzt nur der Weg über den verkehrlichen Ansatz. Das sei der schwierigere Weg, weil hier Verwaltungen durch Argumente auf einen Nenner kommen müssten, schildert Dr. Wachs. Hier gehe es um Bundes- und Landesstraßen, die eigentlich durchaus für diesen Verkehr vorgesehen sind.

Zum Hintergrund: Ein Verkehrsgutachten für Emmerich ergab, dass drei Fünftel des Verkehrs im Eltener Ortskern Durchgangsverkehr ist. Gerade niederländische Lkw fahren in Elten von der A 3 ab, durch Elten gen Lobith. NL-Gemeinden wie Beek haben ihre Ortskerne für den Lkw-Verkehr gesperrt.

Marco Virgillito

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