Der Wunsch nach Unendlichkeit

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Rees..  Diese 19 Entlassschüler werden in die endliche Geschichte der Anne-Frank-Schule eingehen, denn nach ihnen wird die Reeser Förderschule für immer ihre Pforten schließen. Doch sollte dieser Abschied am gestrigen Tag nicht im Mittelpunkt stehen, vielmehr sollten es die Schüler sein, die mit ihrer Entlassfeier den ersten wichtigen Schritt zum Erwachsenwerden abgeschlossen haben.

Dafür hatte sich die Lehrerband mit Frontsängerin Judith Greven noch einmal richtig ins Zeug gelegt. „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“ hatten die Pädagogen einstudiert, ein Titelsong, der an diesem Tag jedem ans Herz ging. Insbesondere die Damen und Herren des Fördervereins, von denen etliche die Schule seit mehreren Jahrzehnten begleiten, hätten sich für alle nachfolgenden Generationen das Weiterbestehen der Schule sehr gewünscht. Nun wird der Förderverein aufgelöst, vom verbleibenden Geld konnten den Schülern, wie auch in den Vorjahren, Ausflüge und Feste ermöglicht werden.

Besonders traurig seien die jetzigen Neuntklässler, betonte Schulleiterin Judith Greven in ihrer Ansprache, denn sie wären so gerne noch das letzte Schuljahr auf der Anne-Frank-Schule verblieben. Dafür waren sie jetzt in die Vorbereitungen des Schul- und Abschlussfestes involviert und ernteten viel Lob für ihr Engagement.

Als erste Genossenschafts-Förderschule (SEK) habe sich die Anne-Frank-Schule landesweit einen Namen gemacht. „Daran ward ihr maßgeblich beteiligt und habt einen phänomenalen Bühnenauftritt als SEK hingelegt“, lobte Greven ihre Schüler. „Seid zielstrebig und offen für Neues, mutig unbekannte Wege zu gehen. Ihr habt eine richtig gute Grundlage in sozialer Gemeinschaft erhalten und Verantwortungsbewusstsein gelernt.“ Bürgermeister Christoph Gerwers zitierte Jürgen Klinsmann: „In jedem Rückschlag steckt die Chance zu lernen. Bleibt, wie die Fußballer, am Ball!“ So passte auch die erste Zeile des Abschlusssongs der Lehrerband „Wer friert uns diesen Moment ein“ perfekt in die Schulentlassfeier.

Zuvor hatten Mehmet Semin und Dennis Grundmann einen Einblick in das gar nicht so leichte Leben gegeben, das sie ihren Lehrern beschieden hatten. Zwischen dem scherzhaften „Wir hatten Lehrer, die wir am liebsten in den Keller gesperrt hätten“ und der Schlussfolgerung am letzten Schultag „Sie waren die besten Lehrer der Welt - Gott sei mit Ihnen“, klang Herzlichkeit und Dankbarkeit durch. Diese gab auch Klassenlehrer Christoph Heßling zurück, der jeden Schüler nicht nur mit dem Zeugnis verabschiedete, sondern auch mit einem witzigen Vorausblick darauf, wie sich die jeweilige Marotte der Schüler im Alter darstellen könnte. Damit hatte er ein letztes Mal ihre Herzen erobert.