Der Strafbefehl ist schon unterwegs

Emmerich/Rees..  Tatenlos saßen Richterin Dr. Christiane Schmitz und der Staatsanwalt gestern Vormittag um 10 Uhr im Raum 17 des Amtsgerichts. Der eingeladene Reeser, der sich um seine auferlegte Sozialstundenstrafe bislang offenbar eisern gedrückt hatte, ließ seinen „Besprechungstermin“ in Emmerich einfach sausen. Unliebsame Folge: In Kürze läuft der Strafbefehl ein – wenn die Briefverteiler vor Ort nicht streiken.

Der Fall stammt aus dem Juni 2014. Der Angeklagte und ein Mitstreiter hatten seinerzeit die Reeser Lebenshilfe-Wohnung eines Freundes verwüstet. Das Duo hatte die Bettwäsche angezündet, die Gegensprechanlage demoliert, die Wände mit Worten und Sätzen unterhalb der Gürtellinie beschmiert. Dazu schlugen beide mit Wucht ein doppelverglastes Küchenfenster ein.

Die Schadenssumme, die die Lebenshilfe später in Rechnung stellte, belief sich auf 770,60 Euro. Wie der Schaden zu beheben sei? Die in der pubertierenden Lebenszone steckengebliebenen Rowdys, 23 und 24 Jahre jung, antworteten damals im Gleichklang: „Weiß ich auch nicht!“

Der gestern nicht erschienene Angeklagte war bei der Erstverhandlung Ende Januar übrigens mit einem ungültigen Zugticket unterwegs gewesen und von der Polizei geschnappt worden. Damals verzögerte sich der Gerichtsstart deshalb um 40 Minuten.

Beide Angeklagte wurden da zu jeweils 80 Stunden Sozialarbeit verdonnert. „Einer von beiden hat sich bisher gar nicht drum gekümmert“, bestätigte Richterin Schmitz. Deshalb gibt’s nun den Strafbefehl.