Der Stadion-Grill wird 40

Peter Röttger in seinem Stadion-Grill.
Peter Röttger in seinem Stadion-Grill.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Imbiss hat sich zur Sozialstation entwickelt. 1975 hat Peter Röttger am Nollenburger Weg von Dora Hinz übernommen. Der Charme ist der selbe geblieben.

Emmerich..  Peter Röttger ist stadtbekannt. Kein Wunder, besteht sein Stadion-Grill am Nollenburger Weg in diesem Jahr doch schon seit 40 Jahren. „Wir haben hier inzwischen die fünfte Generation der Kunden“, sagt der 63-Jährige.

„Das ist hier eine große Familie. Es ist zur Sozialstation geworden“, verrät Röttger, der immer für ein Pläuschchen zu haben ist.

Die Bundeswehr lockte den Clausthaler (Harz) in den 70ern nach Emmerich. Vier Jahre war der gelernte Koch als Stabsunteroffizier in der Kasernenküche tätig. Gerne wäre er dann Diätkoch etwa im Krankenhaus geworden, aber als Evangele und ledig wurde das nichts. Stattdessen sollte es ein kalorienreicher Job werden. Dora Hinz sprach ihn an, ob er nicht den Imbiss am Nollenburger Weg übernehmen wollte. Nach erster Skepsis war am 2. Juli 1975 Peter’s Grillstübchen geboren. Dora Hinz hat Röttger noch viel gezeigt. Der Charme von damals ist noch heute erhalten. „Die Fliesen sind noch dieselben. Die Stühle hat Dora damals noch aus der Metro mitgebracht“, verrät Röttger.

Es ist eben diese Kontinuität, die wohl das Erfolgsrezept des Stadion-Grills ausmacht. Gerne hätte der Koch Röttger sein ganzes Talent ausgenutzt und mehr ausprobiert. Heute nimmt er die aus seiner kreativen Sicht bittere Realität mit Humor: „Nur 20 Prozent der Kunden sind bereit, neue Gerichte auszuprobieren. 80 Prozent bestellt immer gleich.“ Also gehören nach wie vor Schaschlik, Currywurst und Schnitzel zu den Favoriten. „Schade, ich hätte auch gerne Salatkunden“, sagt Röttger.

Für dumme Sprüche zuständig

Punkten kann Röttger auch mit seinen Burgern. Seit Emmerichs Hochschulzeit (2010-2012) ist der Dieselburger ein Renner. Die in den Niederlanden erhältliche Dieselsauce (eine Kräutersoße) mischt er mit Sweet Chili und gebratenen Zwiebeln für den eigenen Geschmack. Ohnehin sind die Soßen Röttgers nicht zu kopieren. Da kredenzt der 63-Jährige gerne eigene Mischungen.

Während viele Imbissbuden die Kunden mit langen Speisekarten verwirren, setzt Röttger auf eine kleinere Karte. Was nicht läuft, fliegt raus. So gibt’s im Stadion-Grill heute keine Brühwurst, kein halbes Hähnchen und keine Reibekuchen mehr. Dafür bedient er Nostalgie-Gefühle mit den Ras-Frites, die früher als Rhein-Patat im Hafen gekauft werden konnten.

Vor kurzem fiel Röttger nach mehreren Knie-OPs und einem Herzinfarkt ein Jahr aus. Seine Stammkraft Anja hat den Laden in der Zeit geschmissen, wofür Röttger sehr dankbar ist. Inzwischen schont der 63-Jährige sein Knie. „Ich mache das Kaufmännische und die Vorbereitungen für die Küche. Und für dumme Sprüche bin ich zuständig.“ Solange es noch geht, macht er weiter. Nur den ganzen Tag hinter der Theke stehen, das geht nicht mehr.