Das aktuelle Wetter Emmerich 11°C
Kirche

Der Herr Pastor und die liebe Frieda

02.02.2011 | 17:18 Uhr
Der Herr Pastor und die liebe Frieda
Wilhelm Bienemann feiert sein goldenes Priesterjubiläum. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Praest.„Hallo Frieda!“ ruft Wilhelm Bienemann quer über den Praester Amtsplatz, „Frieda ist der Polizeihund von Praest“, sagt der Pastor. Er kennt so ziemlich jeden im Dorf und in der näheren Umgebung - und die Seinen kennen ihn, mögen ihn, diesen freundlichen und offenen Mann in Schwarz. Bestes Beispiel, dass jemand von der „gönne kant“, aus der Klever Unterstadt nämlich, rechts des Rheins ankommen kann. Vor über 25 Jahren war das, da wurde der heute 77-Jährige nach Emmerich versetzt, wirkte vor allem in den „Südstaaten“, auf dem Lande also, wo es Bienemann immer gefiel - schon, als er noch Kaplan auf dem Speelberg war.

„Schreib das ruhig
in Deinen Antrag“

Auch nach seiner Emeritierung durfte er im Pfarrhaus neben der Kirche wohnen bleiben. Das wollte er gerne. „Schreib’ das ruhig in den Antrag auf Versetzung in den Ruhestand rein“, riet ihm der damalige Bischof Reinhard Lettmann, den Bienemann noch vom Studium her kannte.

Und so lebt Bienemann nach wie vor mitten in der Gemeinde, auch wenn er kürzer treten muss. Er hält am Wochenende eine Messe, wobei ihm seine Praester Schäfchen den beschwerlicher gewordenen Gang die Stufen hinauf zum Altar mit einem Geländer erleichterten, und unter der Woche ein, zwei Werktagsgottesdienste.

Dass er einmal Priester werden würde, stand für Wilhelm Bienemann früh fest. „Ich war begeisterter Messdiener!“ Damit fing’s an, auf dem Gymnasium setzte es sich fort. Der Religionslehrer animierte ihn, Hebräisch zu lernen und brachte es im Abitur auf eine 1. Das machte auch später noch vielfach Eindruck.

Bienemanns Elternhaus war katholisch geprägt. Der Vater war Friseurmeister in Kleve - und spielte Klavier: „Das hat er mir beigebracht“.  In den letzten Wochen hat sich Wilhelm Bienemann wieder häufiger an sein Klavier gesetzt, daheim im Pfarrhaus, übt den „Pilgerchor“ von Richard Wagner ein, „mein Lieblingskomponist“.

50 hielten bis
zur Weihe durch

Am Sonntag, 6. Februar, feiert Wilhelm Bienemann sein Goldenes Priesterjubiläum. Vor 50 Jahren - 1961 - wurde er von Bischof Michael Keller in Münster geweiht. Bei der Anmeldung im Borromäum standen 90 Kandidaten Schlange. Nur etwa 50 hielten durch. Im Vergleich zu heute dennoch ein starker Jahrgang, dem auch Günter Leuken aus Elten angehört.

Die Festmesse ab 10 Uhr zelebriert der Jubilar selbst, seine Co-Zelebranten sind Stadtpfarrer Peter Kossen und Josef Lehmbrock. Musikalisch umrahmt wird das Ganze vom Chor mit Streichern. Anschließend kann man Bienemann im Pfarrheim gratulieren.

Bleibt zu hoffen, dass bis Sonntag das Heizöl angeliefert worden ist und das gemütliche Gotteshaus nicht vor Kälte erstarrt wie am Sonntag. Da brach Kossen die Predigt nach drei frierenden Minuten ab.

Norbert Kohnen

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4236528/create

Aktuelle Fotos und Videos
Oldtimer-Treffen
Bildgalerie
SPEKTAKEL
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Grossbrand
Bildgalerie
Grosseinsatz
Rock bij de Kerk
Bildgalerie
Musik
Aus dem Ressort
780 Bürger erhoben Einwände
Betuwe
Die große Zahl der Einwände gegen die Betuwe-Planung der Deutschen Bahn AG im Abschnitt 3.3 Praest beeindruckt sogar die Bezirksregierung.
Foto
Rendezvous mit 300 Bullen
Serie: Höfetour 2012
Landwirt Karl Wigger schläft erst nach mitternächtlicher Kontrolle im Stall ruhig.