Der Frischluftstall für 220 Kühe in Rees

Maria und Michael Bruns aus Rees stellen ihren neuen Offenstall vor. Der Stall ist noch nicht im Betrieb. Demnächst werden hier rund 220 Kühe gehalten.
Maria und Michael Bruns aus Rees stellen ihren neuen Offenstall vor. Der Stall ist noch nicht im Betrieb. Demnächst werden hier rund 220 Kühe gehalten.
Foto: FUNKE Foto Services
Maria und Michael Bruns haben einen Offenstall errichtet, der bald eröffnet wird. Durch die moderne Konstruktion soll sich das Vieh wohler fühlen.

Rees..  So manch einer hat sich im letzten Jahr auf der Fahrt zwischen Emmerich und Rees verwundert die Augen gerieben. Was entsteht denn da? Das haben sich viele gefragt und die wildesten Spekulationen erhoben. Ein neues Einkaufszentrum oder gar das neue Hallen-bad? All diese Gerüchte haben Maria und Michael Bruns sich anhören dürfen, ehe sie es richtig stellen konnten. Ein neuer Stall ist es geworden.

Am Sonntag haben sie zum Tag der offenen Tür in den Offenstall geladen und alle Nachbarn, Freunde und Bekannte sind gekommen.

90 Meter lang und 36 Meter breit ist der neue Stall des Milchviehbetriebs Bruns. Die Seitenwände, und das ist das Neue, das Bessere an dem Stall, sind nur bis zu einer Höhe von einem Meter gemauert. Danach ist er offen, wahlweise mit Vogelgitter oder mit Jalousien ausgestattet. Und auch das Dach ist teilweise offen.

1,6 Millionen Euro investiert

„Der First ist offen, sodass die Luft besser zirkulieren kann“, erläutert Maria Bruns. Außerdem habe man, damit es nicht in den Stall hineinregnet, ein sechs Meter langes Unterdach eingebaut, samt Regenrinne. „Es hat sich gezeigt, dass die Tiere sich wohler fühlen, wenn es nicht so heiß ist im Stall“, erklärt sie weiter.

In dem herkömmlichen, klassischen Stall sei dies gerade im warmen Sommer oft der Fall gewesen. Rund 1,6 Millionen Euro ist dem Betrieb das Tierwohl wert. Der Verbraucher, da ist sich Bruns sicher, wisse das zu schätzen, ja verlange sogar, dass man sich stärker mit dem Wohl der Tiere auseinander setzt.

Den alten Stall hat Familie Bruns allerdings nicht etwa abgerissen oder umfunktioniert. Er wird auch weiterhin bestehen und dem Jungvieh und den Tieren, die gerade in der Vorbereitungsphase auf das Kalben sind, die Trockensteher, Unterkunft geben.

Auch ein neues Melksystem, der sogenannte Side-by-Side-Melkstand, wurde Parallel zum neuen Stall eingerichtet. „Jetzt können wir 32 Kühe gleichzeitig melken“, freut sich Maria Bruns über die Anschaffung.

Von einer Halbierung der Melkzeit geht Maria Bruns aus: „Zurzeit haben wir 200 Kühe und melken zweimal am Tag vier bis viereinhalb Stunden.“ In Zukunft sollen 220 zu melkende Kühe in dem Stall Platz finden.

Außerdem habe man einen Schutz gegen die vielen Stare eingerichtet. Sie hätten in der Vergangenheit den Kühen das Futter weggeschnappt und auch sonst ihre Spuren im Stall hinterlassen, berichten die Landwirte. Vogelnetze sollen das nun eindämmen.

Weidegang bleibt erhalten

Auf der Weide allerdings werden die Kühe dann schon noch Bekanntschaft mit den Vögeln und der Natur machen können, denn auch das steht für Familie Bruns fest: „Den Weidegang behalten wir bei.“ So ist zwar die Wiese neben dem Haus dem Stall gewichen, den Blick auf weidende Kühe allerdings werden sie auch weiterhin genießen können.