Den Rumpf spät zugestellt

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Erst nach einem epischen Wettbewerb und bei einsetzender Dunkelheit wurde der 50-jährige Postbeamte Ludger Terhorst neuer Schützenkönig in Vehlingen.

Vehlingen..  Wie schnell ein Jahr vorbei sein kann, das erlebte das „alte“ Königspaar Hendrik Tepul und Kerstin Grütjen in ihrer Zeit als Regenten der St. Quirinus-Schützenbruderschaft in Vehlingen. „Es war viel zu schnell vorbei“, erzählten die beiden unter der Vogelstange, wo sie mit Freunden und Throngefolge auf ihre Ablösung warteten. „Aber es war ein tolles Jahr mit vielen Höhepunkten.“ Der Zeitpunkt, an dem sie ihr Amt abgeben mussten, rückte immer näher.

Denn um die Königswürde war zwischen dem Fahnenoffizier Heinrich Otten und dem Rendanten Ludger Terhorst, nachdem die Preise nach dem 202. Schuss gefallen waren, ein heißer Kampf entbrannt. Zwar sind die beiden gute Freunde und jeder gönnte dem anderen den Erfolg, aber sie schenkten sich gegenseitig nichts.

Gute Ratschläge, wo man am besten treffen sollte, kamen nicht nur von Schießmeister Alfons Terhorst, sondern auch von den vielen Zuschauern, die sich in der Nähe der Vogelstange versammelt hatten. Langsam brach die Dunkelheit über Vehlingen herein. Daher musste erst einmal ein Lichtstrahler angebracht werden. Schuss um Schuss wurde auf den hölzernen Rumpf des Vogels abgefeuert, aber der erwies sich als ziemlich zäh.

Zwei Königsbewerber

Die Spannung stieg und bei jedem Treffer wurden die beiden von den Umstehenden angefeuert. Endlich um 21.45 Uhr der erlösende Aufschrei. Vehlingen hatte einen neuen Schützenkönig. Mit dem 224. Schuss entschied der 50-jährige Postbeamte Ludger Terhorst das Duell für sich. Gemeinsam mit seiner Frau Monika (49), die er zu seiner Königin gewählt hat, wird er nun als Schützenkönig die Quirinus-Schützen regieren.

„Klasse – fantastisch – super“, waren die drei Worte, die die neue Majestät herausbrachte, bevor er sich den Glückwünschen der Kameraden stellte. Zu den ersten Gratulanten gehörte seine Frau Monika, die sich schon auf das Jahr als Schützenkönigin freut.

Nach dem Umzug am Nachmittag durch den Ort und der feierlichen Jubilarehrung ging es endlich los. 105 Schützen hatten sich unter der Vogelstange versammelt, um erst einmal die Preise zu schießen. Jürgen Tiemeßen holte sich das Zepter. Der Reichsapfel ging an Silvia Giesen. Ludger van Acken war erfolgreich beim Abschuss des Kopfes. Der linke Flügel blieb in der Familie Giesen – und zwar bei Jaqueline. Mit dem 202. Schuss war Hannes Aalders beim rechten Flügel der Glückliche.

Am Montag begann das Schützenfest mit dem Vizekönigschießen und der Proklamation des neuen Königspaares. Nach dem Festumzug durch den Ort mit dem Isselburger Blasorchester und dem Vehlinger Tambourcorps fand auf dem Festplatz die Parade unter Mitwirkung der Fahnenschwenker statt. Mit dem Großen Königsball und den geladenen Gästen aus Anholt, Isselburg und Heelden endete das diesjährige Vehlinger Schützenfest.