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Den Mann, den man kennt

19.03.2010 | 11:40 Uhr

Emmerich. Die meisten Menschen empfinden es als unangenehm, die eigene Stimme durch Lautsprecher zu hören. Matthias Wissing bildet da eine Ausnahme. „Ich bin ja dran gewöhnt.“

Seit 20 Jahren schwirrt seine Stimme in unzähligen Köpfen rum - als Werbejingle. Der Emmericher steckt hinter dem Slogan „Thomy, hier kommt der Genuss.“

Komponiert wurde der Jingle vom Werbeproduzenten Oliver Kels. Per Zufall ist der Duisburger auf Matthias Wissing aufmerksam geworden. „Wir trafen uns in dem Studio eines Freundes“, erzählt Wissing. Da sein eigenes Studio im Umbau war, nutzte Kels die Räumlichkeiten des gemeinsamen Bekannten. Mit dem Slogan „Mit Douglas macht Schenken Spaß“ begann 1989 die gemeinsame Zusammenarbeit. Werbelieder für Krups, MB-Spiele oder Hannen Alt folgten.

Der besagte Jingle für die Senf- und Saucenmarke Thomy wurde 1990 aufgenommen, erinnert sich Wissing. Seit dem läuft er im Fernsehen. „Immer zu Ostern oder Weihnachten kommt die Werbung öfter“, so Matthias Wissing. Und das seit 20 Jahren. „Zwischendurch sind auch mal andere Versionen getestet worden, eine rockige, doch die sind nach zwei Wochen wieder abgesetzt worden.“

Die Musik zieht sich durch Matthias Wissings ganzes Leben. Schon als Kind bastelte er sich aus Legosteinen Gitarren. Mit 14 Jahren gründete er seine erste Band.

Seit Mitte der  80er Jahre jobbt er für Produzenten als Sänger und Gitarrist, ist auf Aufnahmen von Heike Schäfer oder Latoya Jackson zu hören. Mitte der 90er-Jahre brach der Werbemarkt ein, es fehlten Aufträgen. Seit dem hat Wissing kaum etwas eingesungen. Seine Leidenschaft gilt aber sowieso der Livemusik, seit 1998 ist er Sänger und Gitarrist der Jazz-Band „Daddy Longleg“, auch bei „Cold Sweat“ war er lange mit dabei.

Ein weiteres außergewöhnliches Projekt in Wissings Lebenslauf: Gemeinsam mit dem Toningenieur Martin Grießbeck produzierte er die CD „Musik für Angler“. „Das sind Lieder über Erlebnisse am Wasser, Balladen, die zu der Ruhe beim Angeln passen“, erklärt Wissing. Über 2 000 Stück der CDs verkauften die Musiker. „Ich glaube, ungefähr jeder Angelverein in Deutschland hat eine.“

Zu der Zeit, als Matthias Wissing die Angler-Musik komponierte und den Thomy-Jingle aufnahm, war Matthias Wissing noch voll bei Probat beschäftigt. Bei den vielen Studioaufnahmen war das nicht immer einfach. „Wir haben abends aufgenommen, nicht selten bis 2 oder 3 Uhr nachts. Am nächsten Morgen musste ich dann wieder früh raus.“

Das ist jetzt kein Problem mehr, denn Matthias Wissing hat sein Hobby zum Beruf gemacht. „Nach über dreißig Jahren im Studio und auf der Bühne möchte man irgendwann seine Erfahrung weitergeben,“ so der Emmericher. In seinem Haus in Hüthum hat er sich einen Unterrichtsraum eingerichtet,  bringt Kindern und Erwachsenen Akustik-, Klassik- und E-Gitarre bei. Ob diese dann auch den Thomy-Jingle üben?

Jacqueline Goebel

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