Deichverband Bislich-Landesgrenze erhöht Beitrag

Zwei Bagger tragen zurzeit die Deichkrone zwischen Praest und Bienen bis aufs Niveau von 1945 ab.
Zwei Bagger tragen zurzeit die Deichkrone zwischen Praest und Bienen bis aufs Niveau von 1945 ab.
Foto: FUNKE Foto Services
Besitzer von Einfamilienhäusern müssen für den Hochwasserschutz im Schnitt fünf Euro mehr im Jahr zahlen. Vorbereitungen für Deichsanierung sind angelaufen

Bienen..  Hochwasserschutz kostet Geld. Deshalb hat der Erbentag des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze auf seiner gestrigen Sitzung im Bürgerhaus Bienen einer moderaten Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für den Hochwasserschutz zugestimmt. „Der Besitzer eines Einfamilienhauses muss jetzt durchschnittlich fünf Euro mehr im Jahr zahlen“, erläuterte Marcus Schaffeld die Kostensteigerung für den Deichverband. Der Gesamtbeitrag macht etwa 60 Euro im Jahr aus. Demgegenüber bleiben die Beiträge für Gewässer-Unterhaltung und Schöpfwerke stabil.

Die 34 stimmberechtigten Mitglieder des Erbentages, übrigens durch die Bank Männer, sagten alle Ja zum Haushalt für 2015. Der umfasst insgesamt 14,2 Millionen Euro, wovon 11,1 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen. Mit 10,3 Millionen Euro macht der Hochwasserschutz hier den Löwenanteil aus.

Die Beiträge der gut 22 000 Mitglieder des Deichverbandes, von denen 10 000 schon heute das Geld per Lastschrift einziehen lassen, bekommen ihre Bescheide übrigens am Samstag und Montag ins Haus. Wobei die, die bislang nicht pünktlich überwiesen haben, schon nach sieben Wochen mit einem automatisierten Mahnbescheid rechnen müssen. „Das kostet sieben Euro zusätzlich“, kündigte Verwaltungsmann Schaffeld schon mal an.

Beitragserhöhungen seien nicht schön, aber Sicherheit gebe es nun mal nicht zum Nulltarif, rechtfertigte Deichverbands-Geschäftsführer Holger Friedrich die seiner Meinung nach „maßvolle Erhöhung“. Ein Landwirt mit einem 37 Hektar-Hof zahlt jetzt im Schnitt 65 Euro mehr im Jahr, also statt 1254 nun 1319 Euro für den Hochwasserschutz.

Trotz gestiegener Kosten für neue Deiche kann der Verband seine Schulden bis Ende des Jahres weiter leicht auf 11,9 Mio. Euro senken. Die Verbands-Beiträge werden etwa 2,8 Mio. Euro ausmachen. Geringer als in den Vorjahren wird aus dem Verwaltungshaushalt investiert, etwa für den Fuhrpark. Aufgestockt wird das Personal (von 17 auf 17,3 Stellen), was den Deichbau-Aktivitäten geschuldet ist.

Bereits gefallen ist der Startschuss für die vorbereitenden Maßnahmen zum Deichneubau zwischen Praest und Bienen. Laut Friedrich ist der Kampfmittelräumdienst noch damit beschäftigt, die Deichkrone nach gefährlichen Gegenständen aus dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen. Dafür muss der Deich geschält werden, um bis zu zwei Meter tief hinein auf die Höhe von 1945 blicken zu können. Immerhin soll es am Deich zwischen Rees und Emmerich über 1200 metallische Verdachts-Momente gegeben haben.

Wenn die Kampfmittelräumer absehbar mit ihrer Arbeit fertig werden, so Friedrich, könnten noch 2015 die Aufträge für den Deichbau europaweit ausgeschrieben werden. Die Archäologen hätten glücklicherweise nichts von historischer Bedeutung gefunden.

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