„Davon möchten wir nicht einmal träumen“

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Rees..  70 Jahre ist es her, dass die deutsche Wehrmacht offiziellen ihre Kapitulation ausgerufen hat. Der Zweite Weltkrieg ist Geschichte, aber nicht vergessen. Mit der Ausstellung 70 Jahre nach Kriegsende – Rees und die Grenzregion erinnern die Stadt Rees und ihre Partner aus den Niederlanden gemeinsan an diese Zeit. Jetzt wurde die Ausstellung im Koenraad-Bosman-Museum eröffnet.

Tag der Befreiung

Bürgermeister Christoph Gerwers nahm die Ausstellung zum Anlass, um auch auf die berühmte Rede des verstorbenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker einzugehen, der vor 30 Jahren den achten Mai als Tag der Befreiung gewürdigt hatte und damit ein neues Geschichtsbewusstsein den Weg ebnete. Weizsäcker sagte in dieser Rede auch, dass es notwendig sei, dass die Deutschen den Tag unter sich begehen. Gerwers spannte hier den Bogen weiter und bekräftigte, dass es eben jetzt, weitere 40 Jahre später, richtig und wichtig sei, den Tag nicht nur unter sich, sondern zusammen mit den Nachbarn aus der Niederlande zu begehen. „Es sind Freundschaften entstanden“, betonte er. „Menschen sind aufeinander zugegangen.“ Nicht zuletzt auch durch die enge Zusammenarbeit bei den Vorbereitungen und in dem Zusam-menkommen bei so vielen Veran-staltungen zum Gedenken an das Kriegsende vor 70 Jahren. Daher unterstrich Gerwers die Bedeutung der Pflege der nachbarschaftlichen Beziehung und bekräftigte „den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“.

Stadtarchivarin Tina Oostendorp begrüßte auch die zahlreichen niederländischen Gäste und stellte dann die Frage in den Raum, die diese Ausstellung beantworten möchte: „Wie war es denn damals – vor 70 Jahren.“ Viele der Anwesenden seien zwar noch Zeitzeugen, haben den Krieg an der Front, zuhause oder als Kinder miterlebt. „Sie haben das erlebt, was wir Jüngeren nicht einmal träumen möchten“; so die Stadtarchivarin. Oostendorp gab dann einen kurzen Überblick über die Ereignisse in den letzten Monaten des Krieges und wie diese anhand von Karten und Bildern aufbereitet wurden. Erst im Februar starteten die Alliierten eine breit angelegten Offen-sive auf wichtige Städte und Bereiche Deutschland, auch das Rheinland war davon massiv betroffen. Am 16. Februar wurde auch die Stadt Rees zerstört. Dennoch dauerte es noch, bis auch die letzten Widerstände in der Stadt und den umliegenden Ortschaften gebrochen waren.

Bienen war ein Ort, der, so Oostendorp, um jeden Preis gehalten werden sollte. „Ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung“, wie Tina Oostendorp anmerkte. Am 26. März war auch Bienen gefallen. Danach rückten die Westalliierten weiter Richtung Niederlande. Am 28. März wurde Megchelen als erster niederländi-scher Ort befreit.

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