„Das ‘Wir-Gefühl’ kommt“

Der Vortrag des renommierten Freizeitforschers Prof. Horst W. Opaschowski begeisterte das Publikum.
Der Vortrag des renommierten Freizeitforschers Prof. Horst W. Opaschowski begeisterte das Publikum.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rotarier trafen sich in Emmerich zur Distriktkonferenz, um über die Chancen und Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu sprechen.

Emmerich..  Für ihn war es ein interessantes Jahr „mit einem unglaublichen Engagement vieler, zahlreichen Sozialprojekten, einem Jugendaustausch und zum Schluss einer Freundschaft zu einem indischen Distrikt“. So fasste der scheidende Governer, Chef des Rotary-Distrikts 1870, Alois Serwaty, am Samstag die letzten Monate zusammen. Ende Juni gibt er den Staffelstab offiziell an seinen Nachfolger Joachim Goetz aus Neuss ab.

Für den ehemaligen Kommandeur der Moritz-von-Nassau-Kaserne, Serwaty, steht eines immer im Vordergrund: „Rotary ist kein elitärer Verein, der sich von der Gesellschaft abschottet. Wir zeigen Einsatzbereitschaft für Projekte, die die Gesellschaft weiterbringen.“ Weiterbringen, das ist in der Transportbranche ja kein unbekanntes Wort.

Wie weit man bereits beim Kampf gegen Kinderlähmung dank der Rotary-Unterstützung ist, wurde in großen Lettern auf einem Convent-Lkw direkt vor dem PAN-Gebäude deutlich: „Wir sind fast am Ziel. Machen Sie mit. Für eine Welt ohne Kinderlähmung.“ Lediglich noch zwei Länder wären von der Polio-Erkrankung betroffen, so erläuterte Edmund Verbeet, Koordinator der Konferenz.

Für den scheidenden Governer aus Emmerich, Alois Serwaty, konnte es wohl nichts Schöneres geben, als in seiner Heimat beim Rotarier Club (RC) Emmerich-Rees einen gebührenden Abschluss seiner Amtszeit zu finden. Gemeinsam mit Vertretern der 75 Clubs von Gronau bis Korschenbroich stand „eine Kombination von Formalien bis hin zu Begegnungen mit unterhaltsamen Charakter im Vordergrund“, sagte Verbeet.

Zehn Zukunftstrends aufgezeigt

Zudem hatte man einen Redner für den Festvortrag gewinnen können, der als Zukunftswissenschaftler spannende Ausführungen zum Thema „Wie wir in 20 Jahren arbeiten und leben“ versprach: Prof. Horst Opaschowski. Noch vor seinem Vortrag vor einem 300-köpfigen Podium erklärte er im NRZ-Gespräch: „Eine Ära der ‚Ichlinge‘ geht zu Ende. Das Wir-Gefühl kommt.“

Und so stünden ganz vorne die drei G’s für Geld, Gesundheit und Geborgenheit. „Zukunft ist ein anderes Wort für Hoffnung“, wusste der Hamburger, der gleich zehn Zukunftstrends den Anwesenden aufzeigen konnte. Zu diesen zählten unter anderem „die neue Lust auf Familie“, der Abschied vom Wachstum, die Prognose, dass die Arbeitswelt weiblicher würde und nicht zuletzt das es ein „Comeback mit 65“ im Hinblick auf Zuverdienst statt Armut gäbe.

Wie wichtig bei den ganzen Überlegungen das generationsübergreifende Zusammenleben werde, thematisierte Opaschowski gleich mehrfach. Ein Thema, das bei der anschließenden Podiumsrunde mit Alois Serwaty, Susanne Convent-Schramm und der Münsteranerin Christine Euler von der Nachwuchsorganisation Rotaract aufgegriffen wurde.

So findet Convent-Schramm, die die mittlere Generation vertritt, die Willkommenskultur der Rotarier sehr wichtig, die auch sie erfahren durfte. Dazu zähle aber auch, so Rotaracterin Euler, dass gerade der Nachwuchs wahrgenommen werde. Das sei sehr wichtig. „Es gilt das Drei-Generationen-Modell (junge, mittlere und ältere) zu leben“, hieß es von Alois Serwaty. Bestimmt eine Aufgabe, der sich der scheidende Governer bei der großen Rotary-Familie zukünftig widmen wird.

Für ihre hohen Spenden an soziale Projekte wurden drei Clubs ausgezeichnet. Darunter aus dem Kreis Kleve: der RC Geldern. Insgesamt kamen über 200.000 Euro, so Edmund Verbeet, zusammen. Das von dem Emmericher Klaus Blümlein organisierte Golfturnier in Anholt gewann Sabine Lohmann vom RC Bremen. Für die musikalische Begleitung in Stadttheater und PAN sorgten Kantor Stefan Burs (Emmerich), Miriam Hardenberg und Gabriele Natrop-Kepser (Kleve) und nicht zuletzt das international bekannte Rotary Jazz Fellowship. Für die Rotary-Partner ging’s ins Kaffeemuseum.